Stadtohr

Stadtrundgang Eisenach · Station 14 von 16

Frauenplan

· platz, dom, bach

Ausführlich

Sie stehen auf dem Frauenplan, und das Wichtigste an diesem Platz ist unsichtbar. Hier stand der Eisenacher Dom, die Kirche St. Marien, Unserer lieben Frauen, vom 13. bis zum Ende des 17. Jahrhunderts, am westlichen Teil des Platzes. Von ihm hat der Platz seinen Namen. Genau genommen hieß er Plan am Frauenberge, denn der Frauenberg ist die Höhe selbst, auf der der Dom stand. Erinnern Sie sich an die Kreuzkirche am Anfang unseres Wegs: Deren Mauern enthalten Teile der Türme dieses Domes. Rekonstruieren wir den Platz, wie er war. Nach unten war er von Häusern frei. Weiter oben stand das Stiftsbrauhaus und ein Brunnen, den die Domherren als Entschädigung für die abgerissenen Domtürme von der Stadt bekommen hatten. Oben rechter Hand lagen Wohnungen der Stiftsherren, weiter nach links eine Schule, die der Chronist Johannes Rothe eine Zeit lang leitete, links von der Kirche das Kirchnerhaus und der Friedhof. Dass hier ein Friedhof war, zeigte sich 1883: Bei Schachtarbeiten auf dem Frauenplan fanden sich einige Skelette. Ein Haus von damals steht noch. Das Wohnhaus Frauenplan 24 ist in seiner mittelalterlichen Bausubstanz als eines der Domherrenhäuser erhalten. Unter den Häusern 24 und 26 verlaufen zwei Tonnengewölbe parallel zur Straße. Die Fachwerkständerkonstruktion des Obergeschosses, die auf dem massiven Naturstein-Erdgeschoss aufsteht, ist auf 1501 datiert; vermutlich erstreckte sich das Haus der Domherren ursprünglich über beide Grundstücke. Das Stiftsbrauhaus hat eine eigene kleine Geschichte: 1525 wurde es zum fürstlichen Brauhaus umgewandelt, ging 1610 in das Eigentum der Stadt über und war, mit Unterbrechungen, bis 1839 in Betrieb. Das Gebäude blieb bis nach 1890 erhalten und wurde dann abgebrochen. Nun das 20. Jahrhundert, und es war hart zu diesem Platz. Bei einem Bombenangriff im Februar 1945 wurde die Bebauung des Frauenplans stark in Mitleidenschaft gezogen, einschließlich des Bachhauses. Zahlreiche Häuser wurden beschädigt, vor allem am Übergang zur Lutherstraße, damals Fleischgasse, an der Nordseite des Platzes, wurden sie vollständig zerstört. Die Baulücken wurden in den 1950er Jahren neu bebaut. 1961 riss man die historische Bebauung auf der Ostseite ab, hin zur Straße Frauenberg und zur Marienstraße, und legte den Parkplatz an, der heute noch da ist. In der Platzmitte steht das Bachdenkmal. Es stand bis 1938 am Marktplatz und musste dort weichen, weil der Platz für Aufmärsche vergrößert wurde; auch der Georgsbrunnen wurde damals versetzt. Von dem Denkmal führt eine Grün- und Treppenanlage nach Westen hinauf, dorthin, wo der Dom stand. Hier am Platz lag auch das Geburtshaus Johann Sebastian Bachs, unweit des Bachhauses, in das wir jetzt gehen. Über diesen Satz müssen wir dort gleich noch einmal sprechen.

Kurzfassung

Sie stehen auf dem Frauenplan, einer der drei historischen Marktsiedlungen des heutigen Stadtgebietes. Der Name kommt vom früheren Eisenacher Dom, der Kirche St. Marien, Unserer lieben Frauen. Sie stand hier vom 13. bis zum Ende des 17. Jahrhunderts. In der Platzmitte steht heute das Bachdenkmal.

Für Kinder

Hier war früher eine große Kirche, der Eisenacher Dom. Davon kommt der Name des Platzes: Frauenplan, nach Unserer lieben Frau. Heute steht die Kirche nicht mehr da, aber der Name ist geblieben. In der Mitte des Platzes siehst du ein Denkmal für Johann Sebastian Bach. Es stand früher am Marktplatz und wurde 1938 hierher gebracht. Im Jahr 1883 haben Arbeiter hier gegraben und Skelette gefunden. Der Grund: Neben der Kirche war ein Friedhof. Schau mal nach oben, zur Treppe hin. Dort stand der Dom, auf der kleinen Anhöhe.

Quellen

Koordinaten: 50.9717, 10.3222 · auf der Karte

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