Stadtohr

Stadtrundgang Düsseldorf · Station 13 von 16

Wilhelm-Marx-Haus

1924 · hochhaus, stahlbeton, börse, denkmal

Ausführlich

Sie stehen vor dem Wilhelm-Marx-Haus an der Heinrich-Heine-Allee, am Alleeplatz. Es ist ein Büro- und Geschäftshaus und war bei seiner Fertigstellung 1924 mit 57 Metern Höhe und zwölf oberirdischen Geschossen eines der ersten Hochhäuser Düsseldorfs und eines der frühesten in Deutschland. Seit 1984 steht es unter Denkmalschutz. Die Idee dahinter: Anfang der 1920er Jahre fragte man sich in ganz Deutschland, ob man dem Trend der US-amerikanischen Großstädte folgen solle. Düsseldorf wollte Hochhäuser als Zeichen von Fortschritt und wirtschaftlichem Aufschwung, damit keine Firmen abwanderten. 1921 gründete die Stadt unter Bürgermeister Carl Christian Schmid die Bürohausgesellschaft. Ihr erster Auftrag war das siebengeschossige Industriehaus am Wehrhahn, das nach damaligem Baurecht schon als Hochhaus zählte. Im Herbst 1921 folgte der Wettbewerb für ein Bürohaus am Alleeplatz. Den ersten Preis gewann der Entwurf von Wilhelm Kreis. Im Mai 1922 begann der Bau, im Sommer 1924 wurde das Haus bezogen. Schauen Sie auf die Form: ein zwölfgeschossiger Hochbau und zwei sechsgeschossige Seitenflügel, deren rechteckige Grundrisse sich kreuzen. Die Stahlbeton-Konstruktion ist bis zum zweiten Obergeschoss mit Muschelkalk verkleidet, darüber mit roten Ziegeln. Im Zeltdach der Turmspitze verbarg sich ursprünglich ein Wasserbehälter zum Brandschutz. Warmwasserheizung und Warmwasserversorgung in allen Geschossen waren für die Zeit wegweisend, dazu gab es einen Paternosteraufzug. Ungewöhnlich ist auch die Menge der Baustoffe: 350.000 Ziegelsteine, 34.200 Zementsäcke, 430.000 Kilogramm Eisen und Stahl. Der Baugrund bestand zum Teil aus einem alten Festungswall und -graben und sorgte schon 1922 für Wassereinbrüche, sodass eine ein Meter dicke Betonplatte nötig wurde. Benannt ist das Haus nach dem früheren Oberbürgermeister Wilhelm Marx, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Grundstein für die Modernisierung der Stadt legte. Es wurde im Jahr seines Todes eröffnet. Im Haus saß ursprünglich die Düsseldorfer Börse, mit zwei Börsensälen. Den größeren gestaltete der Maler Jan Thorn Prikker. Am 12. Juni 1943 wurden die Börsenräume zerstört. Am 17. April 1951 öffnete das Haus wieder für Börsengeschäfte, 1957 zog die Börse um. Über mehr als 50 Jahre leuchtete an der Turmspitze eine Reklame für das Waschmittel Persil des Düsseldorfer Henkel-Konzerns. Im Oktober und November 2009 wurde der Schriftzug durch vier animierte rote Persil-Logos ersetzt. Tagsüber sind sie hinter der Backsteinbalustrade abgesenkt, bei Dunkelheit fährt eine Bühne sie hoch. Als Nächstes folgt das Opernhaus, ebenfalls an der Heinrich-Heine-Allee.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Wilhelm-Marx-Haus an der Heinrich-Heine-Allee. Das Büro- und Geschäftshaus entstand ab 1922 und war bei seiner Fertigstellung 1924 mit 57 Metern eines der ersten Hochhäuser in Deutschland. Seit 1984 steht es unter Denkmalschutz.

Für Kinder

Das ist eines der ersten Hochhäuser in Deutschland. Es ist 57 Meter hoch, hat zwölf Geschosse und war 1924 fertig. Auf der Turmspitze gibt es vier rote Persil-Logos. Persil ist ein Waschmittel einer Firma aus Düsseldorf. Tagsüber sind die Logos hinter dem Geländer versteckt, bei Dunkelheit fährt eine Bühne sie hoch. Für den Bau brauchte man 350.000 Ziegelsteine. Wie lange würdest du zum Zählen brauchen?

Quellen

Koordinaten: 51.225, 6.77667 · auf der Karte

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