Sie stehen vor dem Opernhaus Düsseldorf, Heinrich-Heine-Allee 16a, direkt am Hofgarten. Die Bühne ist 22,5 mal 14,75 Meter groß, der Saal hat 1342 Plätze. Dieses Haus ist zweimal gebaut worden, und der zweite Bau hat den ersten weitgehend verdeckt. Zuerst die Vorgeschichte. 1695 und 1696 ließ Kurfürst Johann Wilhelm an der Mühlenstraße das erste Opernhaus der Stadt errichten; in dieser Hofoper wurden bis zu seinem Tod mehr als 20 Barockopern uraufgeführt. 1864 wandten sich 300 renommierte Bürger mit einer Eingabe an Oberbürgermeister Ludwig Hammers. Der Standort, den die Stadt dafür 1865 von der Königlichen Regierung erbat, war das Gelände des Botanischen Gartens, also eine Fläche des erweiterten Hofgartens. Von 1873 bis 1875 wurde das Stadttheater nach dem Vorbild der Semperoper gebaut. Dann der Bruch. Im Krieg wurde der Zuschauerraum zerstört. Von 1954 bis 1956 bauten Paul Bonatz, Julius Schulte-Frohlinde und Ernst Huhn das Haus grundlegend um, und dabei fielen die historistischen Fassaden. Schauen Sie die Fassade genau an: ein symmetrisch gegliederter, massiver kubischer Körper, der Mittelrisalit vorgezogen, die Natursteinverkleidung bauplastisch durchgearbeitet. Das ist Neuklassizismus und erinnert an die Monumentalkunst der dreißiger und vierziger Jahre. Innen sieht es anders aus: geschwungene Galerien und Treppen, die Moderne der fünfziger Jahre. Der Saal wuchs von rund 800 auf annähernd 1.400 Plätze, die Kosten von kalkulierten 5,6 auf fast 10 Millionen Mark. Über diesen Gegensatz wurde bundesweit gestritten. Die Fachzeitschrift Baumeister schrieb im September 1956, nirgends sei die Aufgabe, für die Menschen unserer Zeit ein Opernhaus zu bauen, besser gelöst worden. Die Zeit beklagte einen fast reaktionär anmutenden Gegensatz und tadelte die Himbeerfarbe auf dem Schleiflack des Zuschauerraums, fein abgesetzt durch grünliche Leisten. Über die Akustik waren sich die Kritiker einig: gelungen. Eröffnet wurde am 22. April 1956 mit Beethovens Fidelio. Genau als Zeugnis dieses Streits um Tradition und neue Formen in der Wiederaufbauzeit wurde das Gebäude 1994 unter Denkmalschutz gestellt. Das ist der Grund, warum die nächste Nachricht bemerkenswert ist. 2021 brachte Oberbürgermeister Stephan Keller einen Neubau ins Gespräch, weil das Haus ein Sanierungsfall sei. Am 15. Juni 2023 beschloss der Rat, an alter Stelle neu zu bauen und diesen Bau abzureißen. Im Juni 2024 verkündete Keller eine andere Lösung: ein Grundstück Am Wehrhahn sei verhandelt, dort solle die neue Oper entstehen, und damit entfielen eine teure Interimspielstätte und ein Eingriff in den Hofgarten. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz begrüßte den Kurswechsel und forderte ein Sanierungs- und Nutzungskonzept für das Denkmal.
Sie stehen vor dem Opernhaus Düsseldorf, Heinrich-Heine-Allee 16a, unmittelbar am Hofgarten. Von 1873 bis 1875 wurde es nach dem Vorbild der Semperoper als Stadttheater errichtet. Nach Kriegsschäden wurde es von 1954 bis 1956 grundlegend umgebaut. Heute hat der Saal 1342 Plätze.
Vor dir steht ein Opernhaus. Hier singen Menschen auf einer Bühne, die so breit ist wie ein kleines Haus, und 1342 Leute können zuhören. Das erste Theater an dieser Stelle wurde 1873 gebaut, weil 300 Bürger dem Bürgermeister geschrieben hatten. Im Krieg wurde der Zuschauerraum zerstört. Danach baute man das Haus von außen neu, und die alten Verzierungen verschwanden. Übrig blieben die glatten Steinwände, die du jetzt siehst. Über eine Sache waren sich damals alle einig: Hören kann man in diesem Haus gut.
Koordinaten: 51.2274, 6.77728 · auf der Karte