Sie stehen auf dem Grabbeplatz. Diese Station hat kein Gebäude, nur eine Stelle. Hier stand die Alte Kunsthalle, erbaut von 1878 bis 1881 von Ernst Giese und Paul Weidner, eingeweiht am 3. Juli 1881 mit einem historischen Kostümumzug des Künstlervereins Malkasten. Stellen Sie sich einen rechteckigen, zweigeschossigen Bau vor, die schmale Vorderseite als Hauptansicht zur heutigen Heinrich-Heine-Allee. Diese Schaufassade beherrschte ein Portal in Form eines Triumphbogens, kolossal, halb so breit wie die ganze Front. Auf den Pfeilern standen vier Meter hohe Karyatiden von Wilhelm Albermann: Musik und Malerei, Skulptur und Architektur. Sie stützten einen Architrav, darüber ein großer Dreiecksgiebel, und auf dem Giebel eine fünf Meter hohe Figur von Karl Hilgers aus Zinkguss, genannt Genius der Kunst oder Victoria. Die männliche Gestalt hielt in der erhobenen Rechten den Lorbeerkranz, in der Linken eine Fackel mit der ewigen Flamme, ein Wunsch nach nie erlöschender Schaffenskraft. In der Bogenlünette saß ein Mosaik, entworfen von Fritz Roeber, ausgeführt von der Firma Antonio Salviati in Venedig: Der Triumph der Wahrheit. Im Treppenhaus hingen sechs großformatige Wandbilder von Carl Gehrts zu den Epochen der Kunstgeschichte. Nun das Nachspiel, und es ist die eigentliche Geschichte dieser Station. Die Giebelfigur überstand die Bombenangriffe. Im Juni 1947 bat man das Amt für Denkmalpflege, sie aus Sicherheitsgründen zu entfernen. Danach verlieren sich ihre Spuren. Das Mosaik wurde beim Abbruch abgenommen, in Fragmente zerlegt, auf Stoffbahnen aufgezogen, segmentweise in Kisten gepackt und im Depot des Kunstmuseums gelagert; 1994 untersuchten Restauratoren die Segmente und nannten sie insgesamt fragil. Die Gehrts-Fresken wurden professionell aus dem Mauerwerk herausgefräst. Sie sind bis heute unauffindbar. In einem Museum in Kronenburg in der Eifel wurden 21 Studien des Malers zu diesen Wandbildern ausgestellt; sie sind die letzte Erinnerung daran. Dass das Haus verschwand, lag nicht nur am Krieg. Schon Ende der 1880er Jahre gab es Kritik: zu großes, unzweckmäßiges Treppenhaus, zu kleine Ausstellungsräume, und daraus wurde die Forderung nach einem neuen Bau. Nach dem Krieg gab es einen Wettbewerb für den Wiederaufbau am historischen Standort. 1960 verwarf man die eingereichten Vorschläge zugunsten eines Vorentwurfs des städtischen Hochbauamts, entschied den Abriss der Ruine und einen Neubau auf der Südseite des heutigen Grabbeplatzes. Derselbe Wikipedia-Quelle nennt für den Abbruch zweimal 1967 und zweimal 1959; die Kriegsschäden heißen in der Einleitung nur leicht, im Abschnitt zur Baugeschichte schwer. Ich nenne Ihnen beide Angaben und sage dazu, dass sie sich widersprechen.
Sie stehen auf dem Grabbeplatz. Hier stand bis 1967 die Alte Kunsthalle, erbaut von 1878 bis 1881. Eingeweiht wurde sie am 3. Juli 1881 mit einem Kostümumzug des Künstlervereins Malkasten. Nach dem Abbruch entstand auf der Südseite des Platzes die heutige Kunsthalle Düsseldorf.
Hier ist eine Lücke: Das Haus, um das es geht, steht nicht mehr. Es war ein Kunstmuseum und sah aus wie ein Tempel. Ein riesiges Tor, vier Steinfiguren, so hoch wie vier Fahrräder übereinander, und oben auf dem Dach eine Figur mit einem Kranz in der einen und einer Fackel in der anderen Hand. Im Krieg wurde das Haus beschädigt, später rissen Arbeiter es ab. Die Figur vom Dach hatte den Krieg überlebt, doch danach hat sie niemand mehr gesehen. Auch die großen Bilder aus dem Treppenhaus sind verschwunden. Was würdest du aufheben?
Koordinaten: 51.2276, 6.77645 · auf der Karte