Sie gehen durch den Hofgarten, 27,73 Hektar, davon 13 Hektar Wiese. Dieser Park ist nicht in einem Zug entstanden, sondern in drei Schichten, und Sie können alle drei noch sehen. Die erste Schicht ist fürstlich. Im 16. Jahrhundert lagen östlich der Festungsmauern die Ländereien und Höfe der Herzöge mit ihren Zier- und Nutzgärten. 1557 wird der fürstliche Hofgarten erstmals schriftlich bezeugt, als Düsseldorf Hauptresidenz geworden war. Nach dem Tod Jan Wellems 1716 war der Hof aufgelöst, das Schloss verlassen, der Garten fiel brach. Die zweite Schicht ist eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Nach dem Siebenjährigen Krieg und mehreren Missernten steckte Düsseldorf in wirtschaftlicher Not. Auf Anregung seines Statthalters, Reichsgraf Johann Ludwig Franz von Goltstein, ordnete Karl Theodor 1769 an, den Hofgarten zu erweitern und als öffentliche Promenade auszubauen. Staatliche Baumaßnahmen sollten nicht nur Zerstörungen beseitigen, sondern Arbeit schaffen. Nach ihm ist die Goltsteinstraße benannt. Den Entwurf lieferte Nicolas de Pigage, der auch Schloss und Park Benrath gebaut hatte. Man kaufte Gartenparzellen hinzu, rodete, ebnete ein, kanalisierte die Düssel und verlegte sie an den südlichen Rand. Dann kamen Hecken und breite, von Linden gesäumte Alleen. Die Hauptachse, die Jägerhofallee, richtete Pigage von Schloss Jägerhof auf St. Andreas aus, die Hofkirche und Grablege der Wittelsbacher in Jülich-Berg. Schauen Sie, wie die Alleen sich in einem Dreistrahl öffnen. Dafür gibt es ein Fachwort: Patte d’oie, Gänsefuß. Das ist französischer Barockgarten, strenge Geometrie. Die kleinen Schlängelwege durch die Boskette daneben weisen schon auf den englischen Landschaftsgarten voraus. Am Ende der Allee liegt der Runde Weiher, seit 1900 mit Fontäne und der Skulptur Jröne Jong von Joseph Hammerschmidt. 1782 kam ein chinesischer Pavillon dazu, passend zur damaligen Mode. Die Freude war kurz. 1795 besetzten französische Truppen die Stadt, legten im Hofgarten Schanzen an und zerstörten ihn fast vollständig. Bäume und Hecken wurden abgeholzt, das Hofgärtnerhaus und der chinesische Pavillon gesprengt. Die dritte Schicht ist die Antwort darauf. Der Frieden von Lunéville verpflichtete das Reich 1801, die Düsseldorfer Stadtbefestigung nicht wiederherzustellen. Eine Kommission unter Georg Arnold Jacobi sollte die Festung schleifen und die Stadt verschönern. 1804 stieß der Gartenbaumeister Maximilian Friedrich Weyhe dazu. Er schuf einen Landschaftsgarten im englischen Stil und prägte damit den Umbau der Festungsstadt zur offenen Gartenstadt. Die Halbinseln seines neuen Hofgartens verbindet die Goldene Brücke; über sie läuft eine Sichtachse vom Schloss Jägerhof bis zum heutigen Grabbeplatz. Auf diese Achse gehen Sie jetzt zu.
Sie stehen im Hofgarten, dem zentralen Park Düsseldorfs. Er umfasst 27,73 Hektar, davon 13 Hektar Wiesenfläche, und reicht von der Jacobistraße bis zur Heinrich-Heine-Allee an der Altstadt. Der älteste Teil entstand 1769. Damit ist dieser Park Deutschlands erster und ältester Volksgarten.
Du bist in einem Park, und zwar in einem besonderen. Lange gehörte er einem Herzog, und gewöhnliche Leute durften nicht hinein. 1769 änderte sich das: Ein Kurfürst ließ den Park ausbauen und erlaubte allen, darin spazieren zu gehen. Deshalb heißt er der erste Volksgarten Deutschlands. Schau die lange Allee hinunter. Am Ende liegt ein runder Teich mit einer Figur, die Wasser spuckt: Jröne Jong, grüner Junge. Einmal wurde hier fast alles zerstört, weil Soldaten die Bäume abholzten. Wie lange braucht ein Baum, bis er so groß ist wie die hier?
Koordinaten: 51.22944444, 6.78 · auf der Karte