Stadtohr

Stadtrundgang Düsseldorf · Station 15 von 16

Breidenbacher Hof

1812 · hotel, klassizismus, abgerissen, königsallee

Ausführlich

Sie stehen am Breidenbacher Hof, einem Luxushotel zwischen Königsallee und Heinrich-Heine-Allee, Eingang an der Theodor-Körner-Straße. In der Nähe liegen die Deutsche Oper am Rhein, das Schauspielhaus und die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K 20. Dieses Haus steht seit 1812 an derselben Stelle, und es ist in dieser Zeit mehrfach abgerissen und wieder aufgebaut worden. Es begann mit einem Gastwirt. 1806 ersteigerte Wilhelm Breidenbach, der in der Altstadt eine Gaststätte betrieben hatte, ein Eckgrundstück an der Alleestraße 34, Ecke Bazarstraße 1, um ein Grand Hotel zu errichten. Von 1808 bis 1812 entstand der klassizistische Bau nach Plänen von Adolph von Vagedes. Breidenbachs Plan war ein freistehender Prachtbau. Das wurde nichts, denn direkt daneben baute man ein Gymnasium, das die Fassade verdeckte und dessen Schüler Lärm machten. Erst 1908 wurde seine Vision wahr, lange nach seinem Tod, als die Schule abgerissen war und das Kaufhaus Tietz entstand. Dann die Besitzer. 1840 übernahm der Gastronom Capellen-Heydendahl, 1855 der Gastwirt Julius Disch, 1872 die Düsseldorfer Baubank, die das Haus durch einen Neubau der Architekten Boldt und Frings ersetzen ließ und als Palast Hotel weiterführte. Ende der 1920er Jahre folgte ein Umbau nach Plänen von Emil Fahrenkamp, fertig 1928. Was dabei verloren ging, benennt die Quelle deutlich: Die schöne klassizistische Fassade, die das Hotel in den Rang eines Baudenkmals erhoben hatte, war aufgegeben worden. Die 1930er Jahre waren unruhig. 1929 hielt der niederländische Investor Martin Sternberg die Aktienmehrheit der Baubank, 1932 kündigte eine von ihm dominierte Gesellschaft den Betreibervertrag, nach Sternbergs Tod im Mai 1932 folgten Konkursverfahren, und es wurden Vorwürfe wegen Scheingeschäften zum Schaden der Baubank und des Hotels laut. 1933 übernahm eine von Gläubigern gegründete Betriebsgesellschaft unter Georg Linsenmeyer. Am Pfingstsamstag 1943 wurde das Hotel bei einem Bombenangriff völlig zerstört. Linsenmeyer wollte es wieder aufbauen, und am 15. August 1950 eröffnete der neue Breidenbacher Hof mit 150 Betten, nach Plänen desselben Fahrenkamp. 1953 kamen Innenhofflügel dazu, womit das Haus 210 reguläre Zimmer, 30 Alkoven-Zimmer und zehn Appartements hatte. 1985 kaufte Georg Rafael, Gründer der Regent-Hotelkette, das Traditionshaus. Für 1999 war eine Sanierung geplant, und das Hotel wurde dafür geschlossen. Dann zeigte sich, dass die Bausubstanz zu schlecht war. Die Bauvorhaben stagnierten, das Gebäude zerfiel, 2005 wurde es abgerissen, und nach fast drei Jahren Bauzeit eröffnete es am 19. Mai 2008 wieder. Das Haus, vor dem Sie stehen, ist also keine zwanzig Jahre alt und trägt einen Namen von 1812.

Kurzfassung

Sie stehen am Breidenbacher Hof, einem Luxushotel zwischen Königsallee und Heinrich-Heine-Allee. Wilhelm Breidenbach ersteigerte das Grundstück 1806. Von 1808 bis 1812 entstand ein klassizistischer Bau nach Plänen von Adolph von Vagedes. 2008 wurde das Haus neu eröffnet.

Für Kinder

Hier steht ein sehr teures Hotel. Angefangen hat es ein Wirt namens Wilhelm Breidenbach. Er kaufte 1806 ein Eckgrundstück, und 1812 war sein großes Hotel fertig. Breidenbach wollte, dass es frei steht und von allen Seiten zu sehen ist. Aber daneben baute die Stadt eine Schule, und die verdeckte die schöne Vorderseite. Im Krieg zerstörten Bomben das Hotel, und man baute es neu auf. Später war das Mauerwerk so schlecht, dass man es 2005 abreißen musste. 2008 eröffnete wieder ein neues Haus. Der Name ist viel älter als das Haus.

Quellen

Koordinaten: 51.225278, 6.777778 · auf der Karte

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