Stadtohr

Stadtrundgang Düsseldorf · Station 6 von 16

Düsseldorfer Schloss

vor 1260 · burg, residenz, brand, gemäldegalerie

Ausführlich

Sie stehen auf dem Burgplatz, vor dem Schlossturm. Von einem Bauwerk, das sechshundert Jahre lang das Wahrzeichen dieser Stadt war, ist dieser Turm übrig, dazu eine Kontur aus andersfarbigen Steinen im Pflaster, die den Grundriss andeutet. Schauen Sie ihr einmal nach, bevor wir anfangen. Gegründet wurde die Anlage als gräfliche Burg vor dem Jahr 1260, an der Mündung der Düssel in den Rhein, auf einer kleinen Insel. Aus dem 13. Jahrhundert stammt noch der erhaltene Rundturm. Die Zeit war unruhig: Graf Adolf V. von Berg beendete 1288 zusammen mit Herzog Johann I. von Brabant und den Grafen von Jülich und Mark in der Schlacht von Worringen die Herrschaft des Kölner Erzbischofs. Im selben Jahr 1288 erhielt Düsseldorf das Stadtrecht. Um 1384 entstand eine dreiflügelige Burganlage, die ungefähr die Fläche dieses Platzes einnahm. Dann die Brände. 1492 brannte die Burg zum ersten Mal. Am 23. Dezember 1510 zerstörte ein zweiter Brand den Wiederaufbau; die Duisburger Chronik notiert, die alte Borch to Dusseldorp sei ganz abgebrannt. 1521 wurde Düsseldorf Hauptstadt der Vereinigten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg und brauchte nun dringend ein repräsentatives Schloss. Richtig in Schwung kam der Bau erst, als Wilhelm der Reiche 1549 den Renaissance-Baumeister Alessandro Pasqualini aus Bologna nach Düsseldorf berief. Der vollendete 1551 den Turm, vor dem Sie stehen. Er setzte ihm toskanische Säulen vor, darauf eine Renaissance-Kuppel, gekrönt von einer Laterne mit welscher Haube. Im Schlosshof brachte er eine dreigeschossige Loggia an, deren moderne Renaissanceformen von der altertümlichen Fachwerkgalerie daneben sehr abstachen. Schauen Sie am Turm hinauf: Säulen, Kuppel, Laterne, das ist Pasqualini. Unter Jan Wellem wurde das Schloss Ende des 17. Jahrhunderts barock modernisiert. Treppenturm, Loggia und Galerien wichen Arkaden und einer streng gegliederten Fensterfront. Domenico Martinelli entwarf eine große Vierflügelanlage; sie wurde aus Geldmangel nicht gebaut, stattdessen modernisierte man aufwendig das Alte. Das Wichtigste aber stand südlich an: Zwischen 1709 und 1712 wurde nach Plänen von Matteo Alberti als erster selbständiger Galeriebau Europas die Gemäldegalerie angebaut. Bis 1805 hing dort eine weltberühmte Sammlung von Renaissance und Barock. Nach dem Tod Jan Wellems 1716 verlegte Karl Philipp die Hauptresidenz 1718 nach Heidelberg, 1720 nach Mannheim. Schloss und Stadt verloren ihre Stellung. 1821 zog die Kunstakademie ein, von 1817 bis 1848 saß in einem Teil eine preußische Münzprägeanstalt. Ab 1845 entstand anstelle des niedergebrannten Nordflügels ein Neubau für den Provinziallandtag der Rheinprovinz. In der Nacht vom 19. zum 20. März 1872 wurde das Schloss endgültig ein Raub der Flammen. Der erhalten gebliebene Südflügel fiel 1896.

Kurzfassung

Sie stehen auf dem Burgplatz. Hier stand vom 13. bis zum 19. Jahrhundert das Düsseldorfer Schloss, erbaut vor 1260 als Niederungsburg der Grafen von Berg. In der Nacht vom 19. zum 20. März 1872 brannte es endgültig ab. Erhalten ist nur der Schlossturm, in dem heute das Schifffahrtsmuseum sitzt.

Für Kinder

Du stehst auf dem Burgplatz, und das ist kein Zufall: Hier stand wirklich eine Burg. Gebaut wurde sie vor dem Jahr 1260, auf einer kleinen Insel, da wo der Bach Düssel in den Rhein fließt. Aus der Burg wurde ein Schloss für Herzöge und Kurfürsten. Dreimal brannte es: 1492, 1510 und 1794. Jedes Mal baute man es wieder auf. 1872 brannte es ein letztes Mal, und danach gab niemand mehr Geld dafür. Übrig ist nur der runde Turm vor dir, fertig gebaut 1551. Schau auf den Boden: Andersfarbige Steine zeigen, wo die Mauern standen.

Quellen

Koordinaten: 51.2275, 6.77111 · auf der Karte

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