Stadtohr

Stadtrundgang Düsseldorf · Station 3 von 16

Altes Rathaus (Düsseldorf)

· rathaus, renaissance, marktplatz, handelskammer

Ausführlich

Sie stehen am Marktplatz vor dem Alten Rathaus, dem ältesten Teil des Rathauskomplexes. Es bildet die Nordseite des Platzes. Schauen Sie zum Treppenturm: achteckig, fünfgeschossig, darauf eine geschweifte Haube mit Laterne. Ganz oben dreht sich eine Wetterfahne mit dem Düsseldorfer Löwen. Zwei geschweifte Zwerchgiebel gehören zum Bau. Er entstand im Stil der Renaissance zwischen 1570 und 1573, als Amtshaus und Versammlungsstätte für Bürgermeister, Schöffen und Rat. Bis 1806 tagten hier auch die Landstände der Herzogtümer Jülich-Berg. Zuvor hatte an derselben Stelle ein Haus als Rathaus gedient, das baufällig geworden war, und davor, seit 1470, das Haus Zum Schwarzen Horn in der Ratinger Straße 6. In dem Neubau drückt sich der Aufstieg der Stadt unter den märkischen Herzögen von Jülich-Kleve-Berg aus. Unter Wilhelm dem Reichen wurde Düsseldorf als bevorzugte Residenzstadt beachtlich ausgebaut. Dennoch fiel es der Stadt schwer, die Baukosten aufzubringen, sie musste mehrmals den Landesherrn um Hilfe bitten. Die Pläne stammen von einem unbekannten Baumeister, ausgeführt hat sie der Maurermeister Heinrich Tußmann aus Duisburg. Ursprünglich war das Haus unverputzt, mit einfacher Ziegelarchitektur und sparsamer Hausteinverwendung, und ähnelte den Stadthäusern Hollands und Belgiens. Als Vorbild nennt man das Kalkarer Rathaus und das Haus Mehrum. Der Eingang lag im Treppenturm. Im Erdgeschoss gab es zwei große Hallen, in denen die Wollenweber und andere Zünfte ihre Waren verkauften. Später wurde der älteste Teil des Rathauses unter der Bauleitung von Johann Heinrich Nosthofen von Johann Joseph Couven umgestaltet. Über dem Portal erinnert die eingemeißelte Jahreszahl 1749 daran. Couven setzte neben den Treppenturm ein neues Portal in schlichtem Rokoko, mit einem Balkon darüber. 1831 wurde die Düsseldorfer Handelskammer nach einem Dekret des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. gegründet und sollte im Rathaus untergebracht werden. Oberbürgermeister Philipp Schöller weigerte sich zunächst, ihr auf Dauer Räume zu geben. Trotzdem hatte die Handelskammer von 1831 bis 1870 hier ihr erstes Domizil. Nach dem Krieg wurden die Fassaden restauriert. Hinter der alten Fassade entstand 1958 bis 1961 ein neuer Zweckbau, mit dem Jan-Wellem-Saal für repräsentative Zwecke. Der Rathauskomplex hat noch mehr Flügel, dazu gleich.

Kurzfassung

Sie stehen am Marktplatz vor dem Alten Rathaus, dem ältesten Teil des Rathauskomplexes. Es wurde zwischen 1570 und 1573 im Stil der Renaissance gebaut. Bis 1806 tagten hier auch die Landstände der Herzogtümer Jülich-Berg. Auf dem Treppenturm dreht sich der Düsseldorfer Löwe als Wetterfahne.

Für Kinder

Das ist das Alte Rathaus von Düsseldorf. Es ist der älteste Teil des Rathauses und wurde zwischen 1570 und 1573 gebaut. Schau zum Turm mit der geschweiften Haube: Ganz oben dreht sich eine Wetterfahne mit dem Düsseldorfer Löwen. Früher war das Haus nicht verputzt und sah aus wie Stadthäuser in Holland und Belgien. Im Erdgeschoss verkauften Weber und andere Zünfte ihre Waren in zwei großen Hallen. Der Stadt fiel es schwer, das Geld für den Bau aufzubringen. Wofür hast du schon einmal gespart?

Quellen

Koordinaten: 51.2261, 6.77199 · auf der Karte

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