Stadtohr

Stadtrundgang Dresden · Station 9 von 16

Zwinger

1711 · barock, garten, festung

Ausführlich

Sie stehen am Zwinger, und wir fangen mit dem Namen an, weil er fast alles erklärt. Zwinger war im Mittelalter die Bezeichnung für den Festungsteil zwischen der äußeren und der inneren Mauer. Ab 1427, wegen der Hussitenkriege, wurde die Befestigung verstärkt und fast vollständig um eine zweite, äußere Mauer ergänzt. Stellenweise musste der alte Graben verfüllt und verlegt werden. Die Räume zwischen den Mauern nannte man Zwinger, und in Schlossnähe nutzte der Hof sie gärtnerisch. Hier kommt der Teil, der heute kaum zu glauben ist: Das war ein Nutzgarten. Kurfürst Moritz ließ 1549 durch seinen Hofgärtner Nicolaus Fuchs eine Anlage nach dem Vorbild des Prager Schlossgartens anlegen. Er gilt mit Anna, der Frau seines Bruders August, als Begründer des sächsischen Gartenbaus. Von ihm ist ein Erlass erhalten, in dem er anordnet, Schlamm und gute Erde aus dem See beim Jacobshospital in die Gärten zu schaffen, zur Verbesserung des Bodens. Ein Kurfürst, der sich um Humus kümmert. Unter Johann Georg II. zog man hier Obst, und ein Chronist notierte, im Zwinger-Garten seien vielerlei Feigenbäume zu finden, von denen einige am Stamm eine völlige Mannesdicke hielten. Feigen, in Dresden, zwischen zwei Festungsmauern. Nun zu August dem Starken. Als er 1694 die Regierung antrat, waren die Dresdner Bauten von Holzarchitektur geprägt. Seine Reise durch Europa von 1687 bis 1689 hatte ihn bestärkt, seiner Stadt ein Bild zu geben, das den Vorbildern in Frankreich und Italien entspricht. Der Schlossbrand von 1701 verstärkte das noch. Dresden hatte damals 30.000 Einwohner. Der älteste erhaltene Plan ist von 1703, vom Hofarchitekten Marcus Conrad Dietze, und im Titel steht, Seine Königliche Majestät habe das selbst inventiret und ordonniret. Gebaut wurde zunächst etwas, das man heute abreißen würde: 1709 entstand westlich des Schlosses ein halbrunder Festplatz, von Holzgebäuden flankiert. Er war eindrucksvoll und wetterunbeständig und hielt bis 1714. Er nahm die Funktion des späteren Zwingers vorweg. 1711 begannen die Arbeiten an den Bogengalerien, am Nymphenbad und an dem Trakt, in dem heute der Mathematisch-Physikalische Salon sitzt. Verantwortlich waren der Landesbaumeister Matthäus Daniel Pöppelmann und der Bildhauer Balthasar Permoser, unter dem weitere erfahrene Bildhauer arbeiteten. 1728 war der Bau fertig. Schauen Sie nach Norden, zur Seite der Elbe: Diese Seite war offen. Erst mit der Sempergalerie von 1855 wurde aus der Dreiflügelanlage eine geschlossene Vierflügelanlage. Nach der Zerstörung 1945 wurde der Zwinger bis 1963 wiederaufgebaut. Heute sitzen hier die Porzellansammlung und der Mathematisch-Physikalische Salon. In dem Flügel, der die Anlage schließt, hängen die Gemälde. Dorthin gehen wir jetzt.

Kurzfassung

Sie stehen am Zwinger. Er ist ein höfischer Orangerie-, Fest- und Sammlungsbau und wurde von 1711 bis 1728 für August den Starken gebaut, von Matthäus Daniel Pöppelmann und Balthasar Permoser. Der Name kommt von einem früheren Festungsteil. Nach der Zerstörung 1945 wurde er bis 1963 wiederaufgebaut.

Für Kinder

Dieser Platz heißt Zwinger. Das hat nichts mit Hunden zu tun. Früher nannte man so den Platz zwischen zwei Stadtmauern. Dresden hatte zwei Mauern hintereinander, damit Feinde nicht hereinkamen. Weißt du, was die Fürsten dazwischen machten? Sie legten einen Garten an, mit Beeten, Obst und sogar Feigenbäumen. Später wollte August der Starke etwas Prächtiges. Zuerst baute er alles aus Holz, aber das hielt den Regen nicht aus. Danach baute man aus Stein, von 1711 bis 1728. Suche das Tor mit der goldenen Krone oben.

Quellen

Koordinaten: 51.053055555, 13.733888888 · auf der Karte

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