Stadtohr

Stadtrundgang Dresden · Station 6 von 16

Staatliche Kunstsammlungen Dresden

1560 · museum, sammlung, kurfursten

Ausführlich

Sie stehen zwischen Residenzschloss und Zwinger, und hier gehört ein Satz hin, der keine Fassade hat. Fast alles, was wir auf diesem Rundgang an Museen berühren, hat denselben Eigentümer: die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, ein Verbund aus fünfzehn Museen im Besitz des Freistaates Sachsen, unterstellt dem Sächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Die Sammlungstradition geht auf das Jahr 1560 zurück. Damals gründete Kurfürst August von Sachsen eine Kunstkammer. Eine Kunstkammer war kein Kunstmuseum, sondern eine Universalsammlung: Kunst und Naturdinge und Instrumente in einem Raum, denn die Trennung, die wir heute für selbstverständlich halten, gab es noch nicht. Teile davon stecken bis heute in den Naturhistorischen Sammlungen. Die Namen der Trägerorganisation lesen sich wie eine deutsche Geschichte in vier Zeilen: Kurfürstliche Kunstkammer zu Dresden von 1560 bis 1805, Königliche Sammlungen für Kunst und Wissenschaft von 1806 bis 1918, Staatliche Sammlungen für Kunst und Wissenschaft von 1918 bis 1945. Den Verbund in seiner heutigen Form gründete man 1946, seinen Namen bekam er mit dem Statut von 1957, und seit 2009 ist er ein Staatsbetrieb. Besonders stark veränderte sich der Bestand im 20. Jahrhundert, in der Zeit des Nationalsozialismus und durch Beschlagnahmungen nach 1945. Von 1955 bis 1958 kehrten große Teile der Sammlung zurück, die als Beutekunst in die Sowjetunion verbracht worden waren. Sie werden diesen Satz an diesem Vormittag noch mehrmals hören, an verschiedenen Häusern. Jetzt zur Aufteilung, damit Sie sich zurechtfinden. Im Residenzschloss liegen das Historische und das Neue Grüne Gewölbe, das Münzkabinett, das Kupferstich-Kabinett und die Rüstkammer mit der Türckischen Cammer. Im Zwinger sind die Porzellansammlung und der Mathematisch-Physikalische Salon, in der Sempergalerie die Gemäldegalerie Alte Meister und die Skulpturensammlung bis 1800. Im Albertinum die Galerie Neue Meister und die Skulpturensammlung ab 1800. Weiter draußen: das Kunstgewerbemuseum in Schloss Pillnitz, das Museum für Völkerkunde im Japanischen Palais, das Museum für Sächsische Volkskunst mit der Puppentheatersammlung im Jägerhof. Zum Schluss ein paar nüchterne Zahlen, weil sie zeigen, was so ein Apparat kostet. 2012 betrug das Gesamtbudget 40 Millionen Euro. Ein Drittel kam aus Eintrittsgeldern, die Hälfte zahlte das Land Sachsen. 2023 kamen rund 2,1 Millionen Gäste, die meisten ins Grüne Gewölbe und in die Gemäldegalerie Alte Meister. Seit 2018 ist in je einem Museum sonntags von 15 bis 18 Uhr der Eintritt frei. Und 2010, zur Vierhundertfünfzig-Jahr-Feier der Gründung durch Kurfürst August, hieß die Ausstellung im Residenzschloss: 450 Jahre Zukunft. Gehen wir in das Haus, in dem alles anfing.

Kurzfassung

Sie stehen zwischen Residenzschloss und Zwinger. Fast alles, was Sie hier an Museen sehen, gehört zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, einem Verbund aus fünfzehn Museen im Besitz des Freistaates Sachsen. Die Sammlungstradition geht auf die 1560 gegründete Kunstkammer der Kurfürsten zurück.

Für Kinder

Wem gehören eigentlich all die Museen hier? Dem Land Sachsen. Fünfzehn Museen gehören zusammen wie Geschwister und heißen Staatliche Kunstsammlungen Dresden. Angefangen hat das 1560. Damals sammelte Kurfürst August alles, was ihm interessant vorkam, und stellte es in ein Zimmer: Bilder, komische Steine, Messgeräte, alles durcheinander. So ein Zimmer nannte man Kunstkammer. Heute ist das getrennt: Kunst kommt ins Kunstmuseum, Steine ins Naturmuseum. Was würdest du in deine Kunstkammer stellen?

Quellen

Koordinaten: 51.0528, 13.7369 · auf der Karte

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