Stadtohr

Stadtrundgang Dresden · Station 7 von 16

Residenzschloss Dresden

1548 · schloss, renaissance, wiederaufbau

Ausführlich

Sie stehen vor dem Residenzschloss. Suchen Sie den hohen Turm, den Hausmannsturm. Er war mit 100,27 Metern bis 1945 der höchste Turm Dresdens. Seine Spitze verlor er im Krieg und bekam sie 1991 zurück. Die Aussichtsplattform liegt auf 38,62 Metern. Dieses Haus ist kein Bau, sondern eine Abfolge. Um 1220 bis 1230 errichtete der Burggraf von Dohna hier eine Burg, 1289 erstmals urkundlich als Castrum erwähnt, mit einem Innenhof von 38 mal 36 Metern. Um 1400 begann unter Wilhelm dem Einäugigen der Ausbau zur fürstlichen Residenz, damals entstanden die unteren Teile des Hausmannsturms. Von 1468 bis 1480 wurde daraus eine geschlossene Vierflügelanlage. 1530 bis 1535 kam der Georgenbau am Schlossplatz hinzu, ein fast dreißig Meter hoher Wohnbau an der Stelle des alten, stark befestigten Elbtores. Unter dem Georgentor hat sich ein Bogen der alten Elbbrücke erhalten. Dann wird es groß. 1547 erhielt Moritz von Sachsen die Kurwürde, und das Haus musste darauf antworten. Von 1548 bis 1556 wurde der Schlosshof nach Westen auf die doppelte Größe gebracht, mit drei Treppentürmen in den Hofecken und einem Altan mit Säulenarkaden. Im Großen Schlosshof läuft ein Schriftband um die Fassade, das Moritz mit allen Titeln nennt: Herzog von Sachsen, Erzmarschall und Kurfürst, Landgraf von Thüringen, Markgraf von Meißen, Burggraf von Magdeburg. Wer so viel aufschreibt, will etwas klarstellen. Es folgten weitere Anbauten, von 1586 bis 1591 das Stallgebäude mit dem Stallhof. 1701 brannte das Schloss, der Georgenbau, der Ostflügel mit dem Riesensaal und der Schössereiturm wurden zerstört und bis 1719 wieder aufgebaut, die Innenräume nun barock: Audienzgemach, Schlafzimmer Augusts des Starken, Turmzimmer, Porzellanzimmer. Zwischen 1723 und 1729 richtete man im Erdgeschoss des Westflügels einen Sammlungsbereich aus neun Räumen ein. Er hieß Grünes Gewölbe. Zwei Kleinigkeiten, an denen man Epochen erkennt. 1775 wurde auf dem Schlossturm der erste Blitzableiter Dresdens angebracht. Und 1899, als man das Schloss für die Achthundert-Jahr-Feier des Hauses Wettin im Neorenaissancestil umbaute, entstand ein hölzerner Übergang zur Hofkirche, den die Dresdner Seufzerbrücke nannten, nach der Brücke in Venedig, die den Dogenpalast mit dem Gefängnis verbindet. Gemeint war kein Kompliment. Im gleichen Jahr baute man ein Fernheiz- und Elektrizitätswerk neben die Semperoper, und zwar aus Elbsandstein, mit dem Schornstein als Aussichtsturm, damit die berühmte Stadtsilhouette nicht gestört wird. Ein Kraftwerk als Kostümstück. Schauen Sie zum Stallhof: Von 1904 bis 1907 wurde der Fürstenzug dort auf etwa 23.000 Meißner Porzellanfliesen übertragen. 1945 wurde das Schloss zerstört. Seit 1986 wird es wiederaufgebaut, für die Museen.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Residenzschloss, der ehemaligen Hauptresidenz der Kurfürsten und Könige von Sachsen. Die Vierflügelanlage wurde 1548 unter Kurfürst Moritz im Renaissancestil begonnen und 1901 unter König Albert vollendet. Nach der Zerstörung 1945 wird sie seit 1986 wiederaufgebaut.

Für Kinder

Das ist ein Schloss, aber eigentlich sind es viele Häuser, die über siebenhundert Jahre aneinandergebaut wurden. Zuerst stand hier eine Burg, vor etwa achthundert Jahren. Dann wurden die Fürsten reicher und machten den Hof doppelt so groß, mit Türmen in den Ecken. Schau nach oben zum hohen Turm. Er heißt Hausmannsturm und war über hundert Meter hoch, der höchste in Dresden. Im Krieg fiel seine Spitze ab, 1991 bekam er eine neue. Weißt du, wofür ein Blitzableiter gut ist? Der erste in Dresden kam 1775 auf diesen Turm.

Quellen

Koordinaten: 51.052780555, 13.736938888 · auf der Karte

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