Stadtohr

Stadtrundgang Dresden · Station 11 von 16

Semperoper

1871–1878 · oper, theater, wiederaufbau

Ausführlich

Sie stehen vor der Semperoper am Theaterplatz. Was Sie sehen, ist der dritte Theaterbau an dieser Stelle, und die Geschichte der drei Bauten ist eine Geschichte von Feuer. Der erste: Von 1838 bis 1841 errichtete Gottfried Semper ein königliches Hoftheater, einen Rundbau in Formen der italienischen Frührenaissance, berühmt als eines der schönsten Theater Europas. Aufsehen erregte auch eine Digitaluhr über der Bühne, gebaut vom Dresdner Uhrmacher Gutkaes. Am 21. September 1869 wurde dieses Gebäude bei einem Brand völlig zerstört. Vier Wochen nach der Katastrophe begannen die Arbeiten an einem Interimstheater hinter den Ruinen. Nach sechs Wochen Bauzeit war es fertig, bot rund 1800 Besuchern Platz und hieß im Volksmund Bretterbude. Eröffnet wurde es am 2. Dezember 1869 mit Goethes Iphigenie auf Tauris. Jetzt der Mann. Gottfried Semper hatte sich 1849 an den Maiaufständen beteiligt und musste fliehen. Viele Jahre durfte er sächsischen Boden nicht mehr betreten. Im Ausland baute er in dieser Zeit mit Carl von Hasenauer das Wiener Burgtheater. Als 1871 der Bau des zweiten Hoftheaters begann, durfte er immer noch nicht zurück. Sein Entwurf wurde deshalb unter der Bauleitung seines ältesten Sohnes Manfred Semper ausgeführt. Die Eröffnung am 2. Februar 1878 brachte Carl Maria von Webers Jubelouvertüre und wieder Iphigenie auf Tauris. Schauen Sie über das Hauptportal: Dort steht eine bronzene Panther-Quadriga mit Dionysos und Ariadne von Johannes Schilling. Neben dem Eingang stehen Goethe und Schiller, in den Seitennischen Shakespeare, Sophokles, Molière und Euripides. In der Nacht des 13. Februar 1945 wurde das Haus schwer getroffen und brannte zu großen Teilen aus. Zuschauerraum und Bühne wurden zerstört, die Rückwand des Bühnenhauses stürzte ein. Nur die Wandelgänge blieben vom Feuer verschont. Am 24. Juni 1977 war die Grundsteinlegung für den Wiederaufbau unter dem Chefarchitekten Wolfgang Hänsch. Der Zuschauerraum wurde erweitert, die Wände im Bühnenbereich nach außen gesetzt, die Zahl der Sitzplätze auf 1300 verringert. Ansonsten baute man nach Sempers Plänen. Und nun die Stelle, an der dieses Haus seine eigene Rechnung schließt. Am 31. August 1944 war die Oper geschlossen worden, mit Carl Maria von Webers Freischütz. Die Wiedereröffnung fand am 13. Februar 1985 statt, am vierzigsten Jahrestag der Zerstörung, mit demselben Werk. Vierzig Jahre und ein Stück. Es ging danach weiter: Das Elbhochwasser im August 2002 fügte dem Haus einen Schaden von 27 Millionen Euro zu. Drei Monate später, am 9. November 2002, eröffneten Tänzer des Semperoper Balletts und die Sächsische Staatskapelle die Spielzeit. Drehen Sie sich um: Der Platz, auf dem Sie stehen, ist die nächste Station.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Semperoper am Theaterplatz, der Spielstätte der Staatsoper Dresden. Benannt ist sie nach ihrem Architekten Gottfried Semper, der sie von 1871 bis 1878 im Auftrag von König Johann erbaute. Nach der Zerstörung 1945 wurde sie von 1977 bis 1985 rekonstruiert.

Für Kinder

Das ist ein Opernhaus. Es heißt Semperoper, nach dem Mann, der es gebaut hat: Gottfried Semper. Hier standen schon drei Theater hintereinander. Das erste brannte 1869 ab. Danach baute man in nur sechs Wochen ein Haus aus Brettern, damit weitergespielt werden konnte. Die Leute nannten es Bretterbude. Das Haus, das du siehst, ist von 1878. Im Februar 1945 brannte es im Krieg aus, vierzig Jahre später war es wieder fertig. Schau über die Tür: Da fahren vier Panther einen Wagen. Kannst du sie zählen?

Quellen

Koordinaten: 51.054444444, 13.735277777 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.