Sie stehen auf dem Theaterplatz, und dieser Platz ist nicht gewachsen, er ist gemacht. Anders als Altmarkt und Neumarkt liegt er nicht im historischen Stadtkern, sondern westlich am Rand. Bürgerliche Bebauung gibt es hier fast keine. Gehen Sie im Kreis und schauen Sie, was sich hier versammelt: im Norden das Italienische Dörfchen, ein Restaurant von Hans Erlwein, dann die Katholische Hofkirche, das einzige vollkommen barocke Bauwerk am Platz, 1980 zur Kathedrale des Bistums Dresden-Meißen erhoben. Daneben das Residenzschloss, dann die Altstädtische Hauptwache, von Karl Friedrich Schinkel erdacht, also Berliner Klassizismus. Und im Nordwesten die Semperoper. Fünf Epochen in einer Drehung. Nun die Vorgeschichte. Noch bis in die 1830er Jahre war dieser Bereich ein unregelmäßiges Gewirr von Gassen und Marktplätzen, um die sich Hütten und Häuser gruppierten. Entstanden war es durch die italienischen Handwerker und Arbeiter, die am Bau der Katholischen Hofkirche mitgewirkt hatten. Deshalb trug das Areal den Beinamen Italienisches Dörfchen. 1834 wurde Gottfried Semper an die Kunstakademie berufen, und am 1. Dezember 1835 legte er einen Plan vor, wie die offene Zwingerseite zur Elbe weitergeführt werden sollte. Ein Forum sollte entstehen: Orangerie, Opernhaus, Bildergalerie, die Altstädter Wache als Abschluss an der Elbe. Dieser Forumplan wurde nie ganz gebaut. Aber er bestimmte, was hier verschwand. Ab 1838 wurde für das Königliche Hoftheater der Westteil des Italienischen Dörfchens abgebrochen. Bis 1854 waren die Reste beräumt, mit Ausnahme eines Stücks an der Elbe. Der letzte Rest fiel 1911 bis 1913. Das Restaurant, das heute Italienisches Dörfchen heißt, baute dann Hans Erlwein an dieselbe Stelle. Von einem Dorf zu einem Namen auf einer Speisekarte. Die planmäßige Platzanlage, wie Sie sie betreten haben, wurde 1887 bis 1889 im Zusammenhang mit dem König-Johann-Denkmal vorgenommen. Das bronzene Reiterstandbild schuf Johannes Schilling, 1889. Vor der Sempergalerie liegen zwei runde Brunnen aus der Zeit um 1860 mit je zehn Metern Durchmesser und einer Mittelfontäne, die Entwürfe stammen vermutlich von Semper. In der Nordwestecke steht das Denkmal für den Komponisten Carl Maria von Weber, 1860 von Ernst Rietschel. In der Zeit des Nationalsozialismus hieß dieser Platz Adolf-Hitler-Platz. 1945 wurden alle Bauten um den Platz zerstört. Alle wurden wieder errichtet, bis auf einen: Die Ruine des Hotels Bellevue an der Nordseite wurde 1950 abgerissen. Dort ist bis heute eine städtebaulich empfindliche Lücke. Schauen Sie nach Norden über die Elbe. Von der Auffahrt zur Augustusbrücke reicht der Blick bis in die Dresdner Heide.
Sie stehen auf dem Theaterplatz im Westen der Inneren Altstadt. Seinen Namen hat er von der Semperoper. Um den Platz stehen die Katholische Hofkirche, das Residenzschloss, die Sempergalerie des Zwingers. In der Mitte steht das Reiterstandbild des Königs Johann von 1889.
Du stehst auf einem großen Platz. Ringsum stehen nur sehr große Häuser: ein Opernhaus, eine Kirche, ein Schloss, ein Museum. Vor zweihundert Jahren war das anders. Hier standen kleine Hütten und enge Gassen. Dort wohnten Handwerker aus Italien, die die große Kirche gebaut hatten. Darum nannten alle die Gegend das Italienische Dörfchen. Dann wollte die Stadt etwas Großes bauen, und das Dörfchen wurde abgerissen. Suche die zwei runden Brunnen. Jeder ist zehn Meter breit. Wie viele Schritte brauchst du einmal herum?
Koordinaten: 51.054, 13.736 · auf der Karte