Sie stehen vor dem Albertinum, am östlichen Ende der Brühlschen Terrasse. Dieses Museum war ein Waffenlager, und das ist keine Anekdote, sondern der Grund für seine Form. Schon ab 1546, als die Stadtbefestigung nach italienisch-niederländischem Vorbild umgebaut wurde, dachte Herzog Moritz an ein Zeughaus. Gebaut wurde es von 1559 bis 1563 unter seinem Nachfolger Kurfürst August, nach Entwürfen von Caspar Vogt von Wierandt. Bald galt das Dresdner Zeughaus als eines der größten und berühmtesten in Europa und zählte zu den wichtigsten Renaissancebauten der Stadt. Im Siebenjährigen Krieg plünderten preußische Truppen das Zeughaus, ließen das Gebäude aber unversehrt. Die Waffen gingen, das Haus blieb. 1877 war in der Albertstadt ein neues Arsenal fertig, und das Zeughaus verlor seine Nutzung. 1884 beschloss der Sächsische Landtag, hier die Antiken- und Abgusssammlung und das Hauptstaatsarchiv unterzubringen. Carl Adolph Canzler versah den Bau mit Sandsteinfassaden, die sich an der italienischen Hochrenaissance orientierten, und legte den Eingang zur Skulpturensammlung in den Nordflügel, zur Terrasse hin. 1889 war das Gebäude fertig und bekam zu Ehren König Alberts den Namen Albertinum. 1891 öffnete die Abgusssammlung im zweiten Obergeschoss, 1894 die Sammlung der Originalbildwerke. 1945 wurde das Albertinum schwer beschädigt. Das zweite Obergeschoss, das Dach, das Haupttreppenhaus und der Lichthof brannten aus, dabei gingen Malereien von Hermann Prell verloren. Die Kunstschätze kamen in die Sowjetunion und später zurück. Danach wurde dieses Haus die Notunterkunft der Dresdner Museen: Ab 1959 lagen hier Teile der Porzellansammlung, des Kupferstich-Kabinetts, des Münzkabinetts, des Grünen Gewölbes und des Historischen Museums. 1965 zog die Galerie Neue Meister ein. Erst ab 2004 kehrten Münzkabinett und Grünes Gewölbe in das Residenzschloss zurück. Und dann kam das Wasser. Nach dem Elbehochwasser von 2002 war klar, dass die Depots nicht im Keller bleiben können. Von Januar 2006 bis zum 18. Juni 2010 war das Haus geschlossen. Nach einem Entwurf des Berliner Büros Staab entstand eine Arche für die Kunst: In siebzehn Metern Höhe überspannt eine stählerne Fachwerkkonstruktion den früheren Innenhof, zweiundsiebzig Meter lang, 2.700 Tonnen schwer, getragen von einem Aufzugsschacht und zwei Pfeilern, ähnlich einer Brücke. Darin liegen zwei neue Stockwerke mit rund 3.450 Quadratmetern hochwassergeschützter Depots und Werkstätten. Das historische Baudenkmal bleibt davon unberührt, Tageslicht fällt durch eine Lichtfuge in den Hof. Der Freistaat Sachsen investierte 45 Millionen Euro. Ein Zeughaus, das Kunst lagert, und über dem Hof eine Brücke, die die Bilder vor dem Fluss schützt.
Sie stehen vor dem Albertinum am östlichen Ende der Brühlschen Terrasse. Der Neurenaissancebau wurde 1884 bis 1887 von Adolph Canzler im Auftrag von König Albert geschaffen, für die Skulpturensammlung und das Hauptstaatsarchiv. Davor war das Gebäude das Dresdner Zeughaus.
Dieses Museum war früher ein Waffenlager. Vor über vierhundertfünfzig Jahren lagen hier Rüstungen und Kanonen. Als die Stadt ein neues Lager baute, war dieses Haus frei, und man machte ein Museum daraus. Dann kam 2002 ein großes Hochwasser. Das Wasser lief in die Keller, und dort lagerten Kunstwerke. Also bauten Baumeister etwas Verrücktes: eine Brücke aus Stahl, mitten im Haus, siebzehn Meter hoch über dem Innenhof. Darauf stehen zwei neue Stockwerke mit den Kunstwerken. Weißt du, was eine Arche ist?
Koordinaten: 51.0519, 13.7444 · auf der Karte