
Sie stehen am Platz der Alten Synagoge. So heißt der Theatervorplatz seit 1998. Hier stand die Synagoge der Jüdischen Gemeinde Dortmunds. Zu den Jahreszahlen gibt es zwei Angaben: Wikidata nennt 1900, das Jahr der Eröffnung. Andere Angaben nennen für die zentrale Kultstätte der Gemeinde die Zeit von 1655 bis 1938. Schon für das Mittelalter ist die Ansiedlung von Juden in Dortmund urkundlich belegt, sie hatten ein eigenes Bethaus mit Mikwe. Lutherische Prediger forderten Ende des 16. Jahrhunderts die Vertreibung der Juden aus den protestantischen Städten, in Dortmund wurde sie 1596 vollzogen. Erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts siedelten sich wieder Juden in größerer Zahl an. Bis 1870 wuchs die Gemeinde auf mehr als 2000 Mitglieder, und der Wunsch nach einem großen, repräsentativen Gebäude wurde laut. Am Hiltropwall, dem heutigen Standort des Theaters, konnte ein Grundstück in zentraler Lage erworben werden. Anders als viele andere Gemeinden baute man nicht im maurischen Stil, sondern orientierte sich an der gegenüberliegenden Oberpostdirektion von 1895, neugotisch. Den Architekturwettbewerb gewann Eduard Fürstenau, die Ausstattung stammte von August Oetken und galt als sehr bunt. Die Orgel baute die Firma Walcker 1900, mit drei Manualen und 40 Registern. Am 8. Juni 1900 wurde die Synagoge eröffnet. Sie hatte 1300 Plätze und war eines der größten jüdischen Bethäuser in Deutschland. Oberbürgermeister Karl Wilhelm Schmieding sprach von einer „Zierde für die Stadt, für Jahrhunderte erbaut“. Dieses Grußwort sollte sich nicht bewahrheiten. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 bezog die örtliche Leitung der NSDAP gegenüber der Synagoge Quartier. Sie zwang die Gemeinde aus angeblich städtebaulichen Gründen zum Verkauf des Grundstücks, und die Kaufsumme wurde beschlagnahmt. Am 18. Oktober 1938 begann die Demontage, noch vor den Novemberpogromen. Im Dezember 1938 war der Abriss vollzogen. Ein Gedenkstein und eine etwa 120 mal 60 Zentimeter große Gedenktafel erinnern an die Synagoge. Zwei weitere repräsentative Synagogen in den Stadtteilen Hörde und Dorstfeld wurden in der Pogromnacht geschändet und zerstört.
Sie stehen am Platz der Alten Synagoge. Hier stand die Synagoge der Jüdischen Gemeinde Dortmunds, am 8. Juni 1900 eröffnet. Mit 1300 Plätzen war sie eines der größten jüdischen Bethäuser in Deutschland. 1938 wurde sie abgerissen.
Hier stand einmal eine große Synagoge. Das ist ein Gotteshaus der jüdischen Gemeinde. Sie wurde im Jahr 1900 eröffnet und hatte 1300 Plätze, mit einer Orgel und bunter Ausstattung. 1938 haben die Nationalsozialisten sie abgerissen. Heute erinnern ein Gedenkstein und eine Tafel an sie, und der Platz heißt Platz der Alten Synagoge. Warum, glaubst du, ist es wichtig, dass es solche Gedenktafeln gibt?
Koordinaten: 51.5108, 7.46167 · auf der Karte