Stadtohr

Stadtrundgang Cottbus · Station 8 von 16

Klosterkirche

1400 · kirche, franziskaner, sorben, wendische kirche

Ausführlich

Sie stehen vor der Klosterkirche des ehemaligen Franziskanerklosters. Später hieß sie Wendische Kirche. Sie ist der älteste erhaltene Sakralbau der Stadt und liegt im Nordwesten der Altstadt, zwischen Kloster- und Münzstraße, im Wendischen Viertel. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: Wikidata nennt 1400. Das Kloster wurde um 1300 gegründet, der älteste Teil der Kirche, der Ostteil des Hauptschiffs, wird auf den Anfang des 14. Jahrhunderts datiert, und die jetzige Form entstand im 15. Jahrhundert. Die Südseite mit den Hauptzugängen und dem Turm ist der Stadt zugewandt. Nach Norden, zur Stadtmauer hin, lag früher das Konventsgebäude mit dem Kreuzgang. Der letzte Rest davon ist die Sakristei an der Nordseite. Die Klostergebäude sollen erst 1852 abgetragen worden sein. In der Kirche standen auch Altäre Cottbuser Gewerke, ein Altar der Brauer wird noch 1526 erwähnt. Nach der Reformation mussten die Franziskaner ihr Kloster verlassen. Die Kirche wurde, genannt Wendische Kirche, Pfarrkirche für die wendische, sorbische Bevölkerung, in deren Sprache der Gottesdienst gehalten wurde. Zum Pfarrsprengel gehörten unter anderem die Dörfer Sandow, Brunschwig, Ostrow und Schmellwitz. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurde hier niedersorbisch gepredigt und gesungen. Heute ist sie die Pfarrkirche der evangelischen Klosterkirchengemeinde. Sie ist ein 55,22 Meter langer Backsteinbau, äußerlich schlicht, wie es einer Bettelordenskirche entspricht. Die Dachwerke entstanden nach dem Stadtbrand von 1671. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Kirche ohne größere Schäden. Schauen Sie sich im Inneren die Ausstattung an. Das hölzerne Kruzifix von 1320 ist etwa 2,5 Meter hoch und gehört zu den qualitätvollsten seiner Art im Land Brandenburg. Trotz plastisch herausgearbeiteter Blutstropfen ist es im Ausdruck verhalten. Der Altar kam 1750 in die Kirche. Die Orgel von 1908 baute Wilhelm Sauer aus Frankfurt an der Oder, sie ist die einzige erhaltene Sauerorgel in Cottbus. Und an der Brüstung der Westempore finden sich Bemalungen mit Blumenschmuck, Seligpreisungen und Bibelversen in sorbischer Sprache. Es sind die ältesten sorbischen Bibelzitate in einer Niederlausitzer Kirche.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Klosterkirche des ehemaligen Franziskanerklosters, später Wendische Kirche genannt. Sie ist der älteste erhaltene Sakralbau der Stadt und steht im Wendischen Viertel. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde hier niedersorbisch gepredigt und gesungen.

Für Kinder

Diese Kirche ist das älteste erhaltene Kirchengebäude der Stadt. Zuerst gehörte sie zu einem Kloster. Dort lebten Franziskaner. Später wurde sie die Kirche für die Menschen, die Sorbisch sprachen. Der Pfarrer predigte also auf Niedersorbisch, und die Gemeinde sang auf Niedersorbisch, bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Im Inneren gibt es ein hölzernes Kreuz von 1320. Es ist etwa 2,5 Meter hoch. Auf der Empore stehen alte Bibelverse auf Sorbisch. Weißt du, was eine Empore ist?

Quellen

Koordinaten: 51.7616, 14.3334 · auf der Karte

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