Stadtohr

Stadtrundgang Coburg · Station 13 von 16

Stadthaus (Coburg)

1597 · renaissance, kanzlei, johann casimir, coburger erker

Ausführlich

Sie stehen vor dem Stadthaus an der Nordseite des Marktplatzes. Es war ursprünglich das Kanzleigebäude, errichtet von 1597 bis 1601. Herzog Johann Casimir ließ hier anstelle der Alten Vogtei einen repräsentativen Staats- und Verwaltungsbau für die Landesregierung bauen, gegenüber dem Rathaus. Das Haus war damals doppelt so breit wie die beiden Rathäuser. Der Architekt und Maler Peter Sengelaub leitete den Bau, der Bildhauer Nikolaus Bergner schuf den plastischen Schmuck. Die Baukosten sollen 15.000 Gulden betragen haben. Schauen Sie am Erdgeschoss entlang: eine Reihe rundbogiger Läden, mittlere Okuli, darüber kleine Fenster. In der Mitte ist kein Portal, nur ein einfacher Durchgang. Die Fassade zum Markt hat sieben Doppelachsen und drei Zwerchhäuser, auf den Giebelecken stehen überlebensgroße steinerne Ritterfiguren. Markant sind die zwei Erker an den Gebäudeecken, zweigeschossig und polygonal, abgeschlossen von welschen Hauben. Auf ihren Brüstungen sehen Sie Wappen und Darstellungen der Tugenden Gerechtigkeit, Hoffnung, Glaube und Liebe. Das Innere wurde 1896 und 1957 völlig umgebaut, nur die Sterngewölbe in den Erkern blieben erhalten. Hier saß die Verwaltung des Herzogtums mit den Landescollegien. Ab 1858 hatte das Amtsgericht seinen Sitz im Haus, seit 1957 ist es Verwaltungsgebäude der Stadt, im Erdgeschoss mit einer Ladenpassage. Wo sie an der Spitalgasse endet, sehen Sie ein Segmentbogenportal mit dem Wappen Johann Casimirs, gehalten von zwei Löwen. Zu Johann Casimirs Regierungszeit gehört auch das Dunkle. Von 1586 bis 1633 regierte er. In den Jahren 1612 bis 1619 und 1628 bis 1632 sind etwa 178 Hexenprozesse mit intensiven Verfolgungen nachweisbar. Insgesamt gab es in Coburg und Umgebung im 16. und 17. Jahrhundert mindestens 228 Hexenprozesse. In derselben Zeit entstanden unter diesem Herzog mehrere Renaissancebauten, die das Stadtbild bis heute prägen.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Stadthaus an der Nordseite des Marktplatzes, dem ehemaligen herzoglichen Kanzleigebäude. Der Renaissancebau wurde von 1597 bis 1601 errichtet. Er hat drei Geschosse, zwei Eckerker und ein Satteldach mit drei Zwerchhäusern. Heute ist er Verwaltungsgebäude der Stadt.

Für Kinder

Dieses hohe Haus an der Nordseite des Marktplatzes war früher die Kanzlei. Hier arbeitete die Verwaltung des Herzogtums. Es ist über vierhundert Jahre alt. Schau nach oben: An den beiden Ecken hängen Erker, die mit einer Haube enden. Auf dem Dach stehen steinerne Ritter, größer als echte Menschen. Heute arbeiten dort Leute von der Stadt. Im Erdgeschoss gibt es Läden. Wie viele Ritter kannst du entdecken?

Quellen

Koordinaten: 50.2588, 10.965 · auf der Karte

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