Stadtohr

Stadtrundgang Coburg · Station 15 von 16

Edinburgh-Palais

1845–1846 · stadtpalais, neurenaissance, prinz alfred, amerika-haus

Ausführlich

Sie stehen vor dem Edinburgh-Palais am Schlossplatz, genau gegenüber von Schloss Ehrenburg. Es ist ein Haus im Stil der Neurenaissance, das das Ensemble der historischen Gebäude zwischen Landestheater und den Arkaden des Hofgartens abschließt. Die Geschichte beginnt mit einem Freiherrn. Karl August von Wangenheim ließ 1845 bis 1846 ein zweigeschossiges Palais errichten, im Stil des italienischen Frühmanierismus, mit der Schauseite zum Schloss. Es hieß Wangenheimsches Palais. Er wohnte nur vier Jahre darin und starb 1850. Danach fiel das Palais an die herzogliche Familie. Im September 1865 erwarb der britische Prinz Alfred von Edinburgh das Anwesen, ein Sohn der Königin Victoria. Er beauftragte den Baumeister Georg Konrad Rothbart, den wir von der Reithalle kennen, das Palais zu modernisieren. Es erhielt ein drittes Geschoss, einen vorgetäuschten Mittelrisalit und einen aufgesetzten Zwerchgiebel mit einem kleinen Obelisken. Schauen Sie hinauf. Der Obelisk ist verschwunden, und deshalb überragt der Zwerchgiebel das Walmdach nicht mehr. 1881 erweiterte der Architekt Hans Rothbart das Palais um einen viergeschossigen Ostflügel. Prinz Alfred und seine Familie waren als neue Bewohner angekündigt. Er sollte die Nachfolge seines kinderlos gebliebenen Onkels Ernst II. antreten. Mit seiner Frau Maria Alexandrowna Romanowa und fünf Kindern wohnte er hier bis zum Tod Ernsts II. 1893, lange genug, damit die Coburger von Edinburgh-Palais sprachen. Herzog Alfred starb 1900 nach nur siebenjähriger Regentschaft ohne Nachfolger. Die Herzogswitwe Maria zog wieder in ihr altes Domizil und lebte dort bis zu ihrem Tod 1920. 1921 ging das Palais durch Erbteilung an ihre drittälteste Tochter Alexandra, Fürstin von Hohenlohe-Langenburg, und deren Mann Ernst. Die Nachbarvilla bekamen Victoria Melita und Großfürst Kyrill. 1939 verkauften Alexandra und Ernst das Palais für 60.000 Reichsmark an die Industrie- und Handelskammer. 1945 beschlagnahmte die amerikanische Militärverwaltung das Haus. Bis 1952 war es das Amerika-Haus, ein Kulturzentrum mit Vorträgen und einer Bibliothek mit amerikanischer Literatur. Seit 1952 sitzt die Kammer wieder hier. Von der alten Ausstattung blieben im Erdgeschoss die überstrichene Wandbekleidung aus gestanztem Leder und die Stuckdecke. 2009 entstand bei einer Gesamtsanierung ein neuer Eingang zum Schlossplatz.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Edinburgh-Palais am Schlossplatz, genau gegenüber von Schloss Ehrenburg. Ein Freiherr ließ es 1845 und 1846 errichten. 1865 erwarb es Prinz Alfred, ein Sohn der Königin Victoria. Heute gehört es der Industrie- und Handelskammer zu Coburg.

Für Kinder

Dieses Haus hatte viele Bewohner. Zuerst baute es ein Freiherr. Später kaufte es ein Prinz aus Großbritannien, ein Sohn der Königin Victoria. Er hieß Alfred und wohnte hier mit seiner Frau und fünf Kindern. In Coburg sprach man deshalb vom Edinburgh-Palais. Bis 1952 war hier das Amerika-Haus, mit Vorträgen und einer Bibliothek. Heute gehört das Haus der Industrie- und Handelskammer. Schau nach oben auf den Giebel: Dort stand einmal ein kleiner Obelisk, er ist verschwunden. Wie sähe das Haus wohl mit ihm aus?

Quellen

Koordinaten: 50.259778668, 10.967879308 · auf der Karte

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