Stadtohr

Stadtrundgang Coburg · Station 16 von 16

St. Augustin

1860 · katholische kirche, neugotik, koháry-gruft, herzogshaus

Ausführlich

Sie stehen vor St. Augustin, der römisch-katholischen Stadtpfarrkirche von Coburg. Sie steht am Fuß des Festungsberges, genau dort, wo wir oben auf der Veste begonnen haben. Dass es hier eine katholische Kirche gibt, ist nicht selbstverständlich. 1524 wurde in Coburg die Reformation eingeführt, durch den Pfarrer Balthasar Düring, und 1528 fand die letzte katholische Messe in der Siechenkapelle statt. Spätestens im 18. Jahrhundert zogen wieder Katholiken in die Stadt. Ihren ersten Gottesdienst feierten sie am 25. März 1802 in einem Zimmer in der Ketschengasse 1. 1806 überließ ihnen Herzog Ernst I. die Nikolauskapelle. 1851 begann ein Komitee unter dem Schutz des Prinzen August von Sachsen-Coburg-Koháry mit der Planung einer eigenen Kirche für die auf rund 600 Mitglieder gewachsene Gemeinde. Die Bauarbeiten begannen 1854, zuerst auf einem Grundstück in der Allee, das Herzog Ernst II. zur Verfügung gestellt hatte. Dort erwies sich der Baugrund wegen des Grundwassers als ungeeignet, und man erwarb für 2.333 Gulden ein Grundstück am Fuß des Festungsberges. Grundsteinlegung war am 13. September 1855. Veranschlagt waren 34.330 Gulden, am Ende kostete der Bau 83.791 Gulden. Prinz August und seine Familie stifteten 34.500 Gulden, über 15.000 kamen vom Ludwigs-Missionsverein, über 10.000 steuerten europäische Fürstenhäuser bei. Geweiht wurde die Kirche am Todestag des heiligen Augustinus, am 28. August 1860, vom Bamberger Erzbischof Michael von Deinlein. Auf Wunsch des Herzogs ist sie im neugotischen Stil gebaut, nach Plänen von Vincenz Fischer-Birnbaum, mit Dachreiter, geschwungener Freitreppe und Krypta. Schauen Sie auf die Fassade: Über dem Kielbogenportal sitzt eine Mauerwerksrose. In der Krypta liegt die Koháry-Gruft, die Grablege der katholischen Linie des Coburger Herzogshauses, mit vierzehn Mitgliedern des Hauses. Dort ruhte bis Ende Mai 2024 auch Ferdinand, bulgarischer Zar, ein Sohn von Prinz August. Er wurde nach 76 Jahren seinem letzten Willen entsprechend in sein Heimatland überführt. Auch Maria Karolin wird hier erinnert, Tochter von August Leopold, die 1941 in der Tötungsanstalt Hartheim ermordet wurde. Zum Schluss ein Wort zur Stadt, durch die wir gegangen sind: Seit 2005 trägt Coburg den Beinamen Europastadt, und 2014 wurde ihr der Ehrentitel Reformationsstadt Europas verliehen. Hier endet unser Rundgang. Wir haben ihn oben auf dem Festungsberg begonnen und beenden ihn an seinem Fuß.

Kurzfassung

Sie stehen vor St. Augustin, der römisch-katholischen Stadtpfarrkirche von Coburg. Sie steht am Fuß des Festungsberges. Der neugotische Bau wurde von 1855 bis 1860 errichtet und am 28. August 1860 geweiht. In der Krypta liegt die Grablege der katholischen Linie des Coburger Herzogshauses.

Für Kinder

Das ist die katholische Kirche von Coburg. Sie steht am Fuß des Berges, auf dem die Veste liegt. 1528 fand in Coburg die letzte katholische Messe statt. Erst 1802 feierten Katholiken wieder einen Gottesdienst, in einem Zimmer. Später bauten sie diese Kirche. Sie kostete viel mehr als geplant: nicht 34.330 Gulden, sondern 83.791. Unten in der Krypta liegen Mitglieder des Herzogshauses. Hier endet unser Rundgang, am Fuß des Berges, auf dem wir angefangen haben. Weißt du noch, welchen zweiten Namen die Veste hat?

Quellen

Koordinaten: 50.260441001, 10.968668319 · auf der Karte

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