Stadtohr

Stadtrundgang Chemnitz · Station 2 von 16

Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz

2014 · museum, archäologie, kaufhaus, mendelsohn

Ausführlich

Sie stehen vor dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, kurz smac. Es ist das archäologisch-kulturhistorische Landesmuseum des Freistaates Sachsen und wurde am 15. Mai 2014 eröffnet, im ehemaligen Kaufhaus Schocken. Damit hat Sachsen erstmals eine Dauerausstellung zur Landesarchäologie. Sie umfasst 300.000 Jahre menschlicher Geschichte und endet mit der Zeit der Industrialisierung. Zuerst das Haus. Erich Mendelsohn entwarf das Kaufhaus Ende der 1920er Jahre für den Einzelhandelskonzern der Brüder Schocken. Baubeginn war im Juli 1929, eröffnet wurde es am 15. Mai 1930. Mit über 700 Mitarbeitern wurde es zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor der Stadt. 1933 setzte der Chemnitzer Kampfbund für den gewerblichen Mittelstand das Kaufhaus auf die Liste der Geschäfte, die die Bevölkerung meiden sollte. Nach den Novemberpogromen 1938 wurde die Familie Schocken enteignet und musste nach Palästina beziehungsweise in die USA emigrieren. Am 9. Dezember 1938 wurde das Unternehmen in Merkur Kaufstätte Aktiengesellschaft umbenannt. Nach Kriegsende wurde diese enteignet, später übernahm die HO das Haus, und ab 1965 gehörte es zu den Centrum-Warenhäusern. Nach einem längeren Leerstand ab 2001 begannen 2010 die Umbauarbeiten zum Museum. Nun die Ausstellung. Sie erstreckt sich über drei Etagen und etwa 3000 Quadratmeter. In der ersten Etage liegen die ältesten Steinwerkzeuge der mittleren Altsteinzeit, vom Fundplatz Markkleeberg. Die Pferdedarstellungen auf einem Schieferplättchen aus Groitzsch bei Eilenburg sind mehr als 12.000 Jahre alt. In der zweiten Etage steht die 7000 Jahre alte Holzeinfassung eines Brunnens bei Zwenkau. Eine Spiegelinstallation verwandelt Ihr Spiegelbild in einen Menschen der Eisenzeit oder der Römischen Kaiserzeit. Die dritte Etage zeigt auf einer 40 Meter langen Rückwand 1200 Alltagsgegenstände aus sächsischen Stadtkerngrabungen. Außerdem steht der Bergbau im Mittelpunkt. Der Rundgang endet im Jahr 1839 mit der Eisenbahnstrecke von Leipzig nach Dresden. Entlang der geschwungenen Fensterfront erinnern weitere Ausstellungen an Mendelsohn, an die Geschichte des Kaufhauses und an Salman Schocken, den leidenschaftlichen Sammler von Büchern und Handschriften des Judentums.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, kurz smac. Es wurde am 15. Mai 2014 im ehemaligen Kaufhaus Schocken eröffnet, das Erich Mendelsohn 1929 und 1930 baute. Die Dauerausstellung zeigt 300.000 Jahre Geschichte Sachsens.

Für Kinder

Du stehst vor einem Museum, in dem du siehst, was Menschen in Sachsen vor langer Zeit hinterlassen haben. Das Haus war früher ein Kaufhaus. Heute gibt es hier einen Gläsernen Neandertaler und die Holzeinfassung eines Brunnens, die 7000 Jahre alt ist. Das ist einer der ältesten Holzbauten Europas. Auf einem kleinen Schieferplättchen sind Pferde dargestellt, mehr als 12.000 Jahre alt. Und in einem Spiegel kannst du dich in einen Menschen aus der Eisenzeit verwandeln. Wie sähst du wohl damals aus?

Quellen

Koordinaten: 50.8340807, 12.9250479 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.