Stadtohr

Stadtrundgang Chemnitz · Station 1 von 16

Karl-Marx-Monument

1971 · denkmal, ddr, karl-marx-stadt, wahrzeichen

Ausführlich

Willkommen in Chemnitz, der drittgrößten Stadt Sachsens nach Leipzig und Dresden. Wir beginnen vor einem Kopf. Sie stehen vor dem Karl-Marx-Monument an der Brückenstraße. Der Kopf ist 7,1 Meter hoch, mit Sockel über 13 Meter, und wiegt etwa vierzig Tonnen. Die Chemnitzer sagen Nischel dazu, das ist die mitteldeutsche Bezeichnung für Kopf oder Schädel. Zuerst zum Namen der Stadt. Er geht auf den Fluss zurück, der durch sie fließt, altsorbisch Kamenica, Steinbach. 1143 wird die Siedlung als Kameniz zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Von 1953 bis 1990 hieß die Stadt anders: Am 10. Mai 1953 wurde sie in Karl-Marx-Stadt umbenannt. Damit begann auch der Wiederaufbau der stark zerstörten Stadt nach den Plänen des sozialistischen Städtebaus. Ein Monument zu Ehren des Namensgebers sollte diese Umwandlung verkörpern. Der sowjetische Bildhauer Lew Kerbel schlug 17 Grundentwürfe vor. Nur einer zeigte einen Kopf auf einem Sockel, alle anderen den ganzen Körper. Man entschied sich für den Kopf, denn bei einer Ganzkörperfigur hätte man in Kopfhöhe die Schuhe gesehen. Gegossen wurde das Monument Monate vor der Errichtung in Leningrad in Bronze und dann in 95 Einzelteile zerlegt. In Karl-Marx-Stadt sollte man sie wieder zusammenschweißen, aber die sowjetische Technik war dafür nicht geeignet. Deshalb bekam der VEB Germania den Auftrag. Am 9. Oktober 1971 wurde das Denkmal vor rund 250.000 Menschen eingeweiht, unter ihnen Erich Honecker. Schauen Sie auf die Wand hinter dem Kopf. Der Schriftzug stammt aus dem Kommunistischen Manifest und steht in vier Sprachen da: Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch. Er besteht aus 174 Platten einer Hydronalium-Legierung. Nach 1990 wurde ein Abriss heftig diskutiert, doch das Monument blieb. Bis 2007 lautete der Wahlspruch der Stadt Stadt mit Köpfchen. 2007 sollte der Kopf für eine Ausstellung nach Münster, doch die Stadt Chemnitz legte ihr Veto ein. 2008 hüllte ein Kunstprojekt das Monument für einige Wochen ein. 2018 versammelten sich bei den Ausschreitungen in Chemnitz unterschiedliche politische Gruppen vor dem Monument. Ein Aktionsbündnis brachte Spruchbänder mit dem Satz Chemnitz ist weder grau noch braun an.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Karl-Marx-Monument an der Brückenstraße. Der Bronzekopf ist 7,1 Meter hoch, mit Sockel über 13 Meter, und wurde 1971 eingeweiht. Der sowjetische Künstler Lew Kerbel entwarf ihn. Er ist das bekannteste Wahrzeichen von Chemnitz. Die Chemnitzer nennen ihn Nischel.

Für Kinder

Du stehst vor einem riesigen Kopf aus Bronze. Er stellt Karl Marx dar. Der Kopf ist über 7 Meter hoch, mit dem Sockel sogar über 13. In Chemnitz nennen ihn die Leute Nischel, das ist ein mitteldeutsches Wort für Kopf. Entworfen hat ihn ein Künstler aus der Sowjetunion. Die meisten Entwürfe zeigten den ganzen Mann. Aber dann hätte man auf Kopfhöhe nur seine Schuhe gesehen. Deshalb gibt es nur den Kopf. In 95 Teilen kam er nach Chemnitz. Von 1953 bis 1990 hieß die ganze Stadt Karl-Marx-Stadt. Siehst du die Wand hinter dem Kopf? Was steht da wohl?

Quellen

Koordinaten: 50.8358, 12.9233 · auf der Karte

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