Sie stehen vor dem Roten Turm. Er ist 35 Meter hoch, ein Wahrzeichen von Chemnitz und das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt. Zur Datierung gibt es zwei Angaben: Wikidata nennt 1150, andere Quellen datieren den Bau gegen Ende des 12. Jahrhunderts. Er diente zunächst als Bergfried, um die umliegenden Siedlungen zu schützen, später war er der Sitz des Stadtvogtes. Wohl schon um 1230 war er in die Stadtbefestigung eingebunden. Woher kommt der Name? Vom Material. Der Hauptkörper wurde überwiegend aus rotfarbigen Varietäten des Chemnitzer Porphyrtuffs errichtet. Dieser Stein war über Jahrhunderte das Hauptbaugestein der Stadt und ihrer Region, und rote Bausteine finden sich vor allem in den ältesten Gebäuden von Chemnitz. Der Turm selbst war bis Mitte des 19. Jahrhunderts verputzt. Zum Ende des 15. Jahrhunderts erhielt er das aufgesetzte Backstein-Geschoss, das mit roten Dachziegeln eingedeckt war. Bis etwa 1900 wurden der Turm und sein Anbau als Gefängnis genutzt. Das rettete ihn im frühen 19. Jahrhundert vor dem Abriss, als man die Chemnitzer Stadtbefestigung abtrug. Zu den Insassen zählten August Bebel und Karl Stülpner. Als Ende des 19. Jahrhunderts die Theaterstraße neu bebaut wurde, verschwand der freistehende Turm hinter einer Häuserzeile, und nur die Turmhaube war noch zu sehen. Bei einem der Luftangriffe am Ende des Zweiten Weltkriegs brannte er aus. Zwischen 1957 und 1959 wurde er wieder aufgebaut. Noch drei Anmerkungen. Die klassische 500-Milliliter-Flasche des Geschirrspülmittels fit, das bis 1967 in Karl-Marx-Stadt hergestellt wurde, ist seit 1968 dem Roten Turm nachempfunden. Im Dezember 2024 beleuchtete man den Turm entsprechend, vor dem Start des Chemnitzer Kulturhauptstadtjahres 2025. Und der Turm ist älter als die Städte Dresden und Berlin und älter als die Stadt Chemnitz selbst. Seit September 2007 ist er auf dem Spielbrett der Deutschlandausgabe von Monopoly zu sehen.
Sie stehen vor dem Roten Turm. Er ist 35 Meter hoch, das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt und ein Wahrzeichen von Chemnitz. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts wurde er als Bergfried errichtet, später war er Sitz des Stadtvogtes und bis etwa 1900 ein Gefängnis.
Du stehst vor dem Roten Turm. Er ist 35 Meter hoch und das älteste Gebäude von Chemnitz, das noch steht. Gebaut wurde er überwiegend aus rotem Stein, deshalb heißt er so. Er war ein Bergfried, das ist ein Turm, der die Siedlungen ringsum schützen sollte. Später war er ein Gefängnis. Unter den Gefangenen waren August Bebel und Karl Stülpner. Der Turm hat sogar eine Flasche berühmt gemacht: Die Form der Spülmittelflasche von fit ist ihm nachempfunden. Kennst du das Spülmittel?
Koordinaten: 50.834222222, 12.921527777 · auf der Karte