Stadtohr

Stadtrundgang Chemnitz · Station 12 von 16

Johannisplatz

· platz, straßenbahn, namenswechsel, nachkriegszeit

Ausführlich

Sie stehen auf dem Johannisplatz, einem der ältesten Plätze von Chemnitz. Sein Name bezieht sich auf die Johanniskirche in der Nähe, die schon um die Mitte des 13. Jahrhunderts urkundlich erwähnt wurde. Sie gab auch der Vorstadt, einem Stadttor und Straßen ihren Namen. Der Johannisplatz ist heute kein Platz im eigentlichen Sinn mehr, sondern ein kurzer Nord-Süd-Straßenzug von etwa 200 Metern. Er verbindet die Straße Am Roten Turm mit der Zschopauer Straße. Nördlich begrenzt ihn die Straße der Nationen, südlich endet er an der Bahnhofstraße. Am 16. August 1860 bekam der Verkehrsknotenpunkt, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch rasche Bebauung entstanden war, den offiziellen Namen Johannisplatz. Gemeint war damals der Bereich vom ehemaligen Hotel Stadt Gotha bis zum Haus des Kaufmanns Bleyl auf der Königstraße. Die Häuser ringsum hatten Fassaden in neobarockem Stil und im Jugendstil. Weil die Stadtbevölkerung so rasch wuchs, nahm auch der Verkehr stark zu. Der Johannisplatz wurde zu einem der belebtesten und verkehrsreichsten Plätze Deutschlands. Hier stiegen die Fahrgäste der meisten Straßenbahnlinien um, und hier lagen die nobelsten Adressen der Chemnitzer Geschäftswelt. Im Zweiten Weltkrieg wurden fast alle Gebäude am Platz zerstört, nur das Haus des Chemnitzer Bankvereins blieb stehen. Nach Kriegsende wurde enttrümmert, und auf der freien Fläche entstanden Provisorien, die als Marktplatz dienten. Die DDR ließ sie abreißen, und die neue Stadtverwaltung nannte den Platz Stalinplatz, zu Ehren des sowjetischen Diktators Josef Stalin. Als der Staatsmann entthront wurde, erhielt der Platz ab 1961 den Namen Posthof, nach dem ehemaligen Hauptpostamt. In den späten 1990er Jahren bekam er den Namen Johannisplatz zurück. Auf dem südlichen Zugang und einem Teilstück der Bahnhofstraße lag vor 1945 der Beckerplatz. Am 2. Juli 2011 wurde hier der restaurierte Saxoniabrunnen neu aufgestellt.

Kurzfassung

Sie stehen auf dem Johannisplatz, einem der ältesten Plätze von Chemnitz. Er trägt den Namen der Johanniskirche, die schon um die Mitte des 13. Jahrhunderts urkundlich erwähnt wurde. Heute ist er ein kurzer Straßenzug von etwa 200 Metern. Seit 2011 steht hier der Saxoniabrunnen.

Für Kinder

Du stehst auf dem Johannisplatz. Früher war er einer der belebtesten Plätze in ganz Deutschland. Hier stiegen die Leute in die Straßenbahnen um, und ringsum lagen die nobelsten Geschäfte der Stadt. Im Zweiten Weltkrieg wurde fast alles zerstört. Danach hatte der Platz drei Namen nacheinander: Johannisplatz, Stalinplatz und Posthof. Heute heißt er wieder Johannisplatz. Was meinst du, warum man einen Platz umbenennt?

Quellen

Koordinaten: 50.8335, 12.9231 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.