Sie stehen vor dem Neuen Rathaus, dem dritten Rathaus von Chemnitz. Richard Möbius baute es von 1907 bis 1911. Zusammen mit dem Alten Rathaus bildet es den Gebäudekomplex, den man Chemnitzer Doppelrathaus nennt. Warum brauchte die Stadt ein neues? Wegen der Industrie. Chemnitz hatte sich im 19. Jahrhundert zu einer der bedeutendsten Industriestädte Deutschlands entwickelt, vor allem zu einem Zentrum des Maschinenbaus. Johann von Zimmermann errichtete hier die erste Werkzeugmaschinenfabrik auf dem Kontinent. Seit 1835 baute man in Chemnitz Dampfmaschinen, seit 1848 Lokomotiven. Die vielen Schornsteine der Fabriken und Gießereien und der Rauch brachten der Stadt den Beinamen Sächsisches Manchester ein. Mitte des 19. Jahrhunderts war ein Drittel der Bevölkerung Lohnarbeiter. 1852 bekam die Stadt einen Eisenbahnanschluss. Die Einwohnerzahl stieg von 100.000 im Jahr 1883 auf 200.000 im Jahr 1901 und auf über 300.000 im Jahr 1912. Das Stadthaus am Beckerplatz, das als Rathaus diente, war zu klein geworden. Von 1907 bis 1911 war das Zentrum eine Großbaustelle. Alte Bürgerhäuser am Markt und am Neumarkt mussten weichen, auch eine Lateinschule vom Ende des 14. Jahrhunderts, von der nur das Portal erhalten blieb. Am 2. September 1911 wurde das Haus im Beisein des sächsischen Königs eingeweiht. Außen fügt es sich an das Alte Rathaus an, ohne auf Elemente des Jugendstils zu verzichten, innen ist es in reinem Jugendstil gehalten. Schauen Sie zur Hausecke. Dort steht eine 4,75 Meter hohe Rolandsfigur des Dresdner Bildhauers Alexander Höfer. Der Roland ist ein Symbol des Streiters für städtische Freiheit und Gerichtsbarkeit. Im März 1945 wurde der größte Teil der Innenstadt zerstört, die Angaben schwanken zwischen 80 und 90 Prozent. Das Neue Rathaus überstand die Luftangriffe als einziges Gebäude der Innenstadt nahezu unversehrt. Von direkten Treffern verschont, verhinderten Luftschutzangehörige, Feuerwehr und andere Helfer, dass die Feuersbrunst auf das Haus übergriff. Seit 1978 hängt im Rathausturm ein Glockenspiel mit 48 Glocken, ein Carillon. Sein Spieltisch steht in fast 60 Metern Höhe. Gespielt wird mittwochs und samstags am Vormittag.
Sie stehen vor dem Neuen Rathaus von Chemnitz. Richard Möbius baute es von 1907 bis 1911. Zusammen mit dem Alten Rathaus bildet es das Chemnitzer Doppelrathaus. Als einziges Gebäude der Innenstadt überstand es die Luftangriffe vom März 1945 nahezu unversehrt.
Du stehst vor dem Neuen Rathaus. Es ist neuer als das Alte Rathaus nebenan, eingeweiht wurde es 1911. Chemnitz wuchs damals so schnell, dass das alte Rathaus nicht mehr reichte: 1883 lebten hier 100.000 Menschen, 1912 schon über 300.000. An der Hausecke steht ein Roland, 4,75 Meter hoch. Er steht für die Freiheit der Stadt. Im Rathausturm hängt ein Glockenspiel mit 48 Glocken. Im Jahr 1945 wurde die Innenstadt fast ganz zerstört, nur dieses Haus blieb nahezu unversehrt. Findest du den Roland?
Koordinaten: 50.833, 12.9198 · auf der Karte