Sie stehen vor der Stadtkirche Sankt Jakobi, der evangelischen Markt- und Stadtkirche von Chemnitz. Sie gehört zu den ältesten erhaltenen Sakralbauten der Stadt und liegt unmittelbar neben dem Alten und dem Neuen Rathaus. Was Sie sehen, ist das Ergebnis mehrerer Bauzeiten. Am Anfang stand ein romanischer Bau. Seine Fundamente wurden bei Grabungen zwischen 1953 und 1959 gefunden: ein rechteckiger Saal, 19,65 Meter lang und 11,60 Meter breit, im Osten ein quadratischer Chor mit Apsis, im Westen ein mächtiger Turmriegel. Wohl um 1230 bis 1250 ersetzte man den Chor durch einen frühgotischen Rechteckchor. Ein für 1333 bezeugter Stadtbrand gab wohl den Anlass, das Langhaus ganz neu zu bauen. Seine Einzelformen erlauben eine Datierung in die Zeit zwischen 1350 und 1365. Es entstand eine dreischiffige gotische Hallenkirche mit fünf Jochen. Dafür brach man den romanischen Turm ab. Die Glocken kamen in den Hohen Turm, der wenige Meter südlich der Kirche steht. Er bekam nach 1335 ein Glockengeschoss und heißt deshalb auch Jakobikirchturm. Den Abschluss der mittelalterlichen Bautätigkeit bildete zwischen 1405 und 1412 der Chor mit Umgang. Sein Netzgewölbe folgt einer Form, die wenige Jahrzehnte zuvor in Böhmen eingeführt worden war. Das Vorbild für den Umgang lag in Nürnberg, bei Sankt Sebald. Chemnitzer Bürger sorgten über die Jahrhunderte für eine reiche Ausstattung, darunter ein monumentaler Hochaltar um 1500 und das berühmte Heilige Grab, entstanden zwischen 1490 und 1525. Das Heilige Grab befindet sich heute im Schloßbergmuseum. 1539 wurde in Chemnitz die Reformation eingeführt. Man passte den Raum dem lutherischen Gottesdienst an: Die meisten Nebenaltäre wurden abgebrochen, eine neue Kanzel entstand. Einen schweren Einschnitt brachte 1617 ein Stadtbrand. Der Dachstuhl verbrannte, und abstürzende Turmteile zerschlugen das Gewölbe des westlichen Mittelschiffs. 1792 wurde der gewaltige spätgotische Hochaltar abgebrochen und bis auf wenige Reste vernichtet. An seine Stelle kam ein klassizistischer Altar mit zwei Gemälden von Adam Friedrich Oeser, die bis heute erhalten sind. Zwischen 1875 und 1879 erhielt die Kirche außen ihre neugotische Hülle, nach Plänen von Conrad Wilhelm Hase. Schauen Sie auf die Westfassade mit der großen Rosette. An den vier Strebepfeilern stehen Standbilder der Apostel Petrus, Paulus, Andreas und Johannes. Wo der mittelalterliche Figurenschmuck der Fassade geblieben ist, ist ungeklärt. Am 5. März 1945 wurde die Kirche bei der Bombardierung zerstört.
Sie stehen vor der Stadtkirche Sankt Jakobi, der evangelischen Markt- und Stadtkirche von Chemnitz. Sie gehört zu den ältesten erhaltenen Sakralbauten der Stadt und steht unmittelbar neben dem Alten und dem Neuen Rathaus. Das gotische Langhaus entstand zwischen 1350 und 1365.
Du stehst vor der Kirche Sankt Jakobi. Sie ist eine der ältesten Kirchen von Chemnitz und wurde mehrmals umgebaut. Zuerst stand hier eine romanische Kirche mit einem Turm im Westen. Später baute man eine große gotische Kirche. Der Turm neben der Kirche heißt Hoher Turm, in ihm hängen die Glocken. Schau dir die Vorderseite an. An den vier Pfeilern stehen Figuren von Aposteln: Petrus, Paulus, Andreas und Johannes. Kannst du alle vier finden?
Koordinaten: 50.8328, 12.9192 · auf der Karte