Stadtohr

Stadtrundgang Chemnitz · Station 4 von 16

Museum für Naturkunde Chemnitz

· museum, naturkunde, fossilien, versteinerter wald

Ausführlich

Sie stehen vor dem Museum für Naturkunde Chemnitz im Kulturzentrum DAStietz. Über 300.000 Exponate gehören zur Sammlung. Dazu kommen das Sterzeleanum, ein historisches Kabinett, das Insektarium und wechselnde Sonderausstellungen. Im großen Lichthof steht der Versteinerte Wald, das größte Pflanzenfossil Europas. Schauen Sie ihn sich an, denn er erzählt die älteste Geschichte dieser Stadt. Das spätere Stadtgebiet war zur Zeit des Perms von tropischen Regenwaldpflanzen bewachsen. Die Region war geprägt von aktivem Vulkanismus. Unter der Asche- und Gesteinsdecke, die Vulkanausbrüche hinterließen, wurden Tiere und Pflanzen verschüttet. Durch Fossilisation entstand der Versteinerte Wald von Chemnitz. Menschen kamen erst viel später. Bis ins 11. Jahrhundert war das Gebiet nicht ständig besiedelt, dichte Wälder bedeckten Land und Gebirge. Das Museum selbst ist das älteste der Stadt. 1859 wurde ein Naturwissenschaftlicher Leseverein gegründet, der zwei Jahre später Naturwissenschaftliche Gesellschaft hieß. Sie wollte naturwissenschaftliche Literatur zusammentragen und die naturhistorischen Sammlungen erweitern. 1868 gingen die Sammlungen unter der Bedingung in städtisches Eigentum über, dass sie der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Damit war das älteste Museum von Chemnitz begründet. Ab 1909 waren die Städtischen Naturwissenschaftlichen Sammlungen für 95 Jahre im König-Albert-Museum am Theaterplatz untergebracht. Erster Direktor war Johann Traugott Sterzel. 1961 erhielt das Museum den Namen Museum für Naturkunde, seit 2004 ist es im DAStietz. Zu den Aufgaben des Museums gehören das Erweitern der naturwissenschaftlichen Sammlung und Bibliothek, das Präsentieren der Sammlung und die Forschung auf dem Gebiet der Naturwissenschaften. 2009 bekam es den Sächsischen Museumspreis. 2017 entdeckte ein Mitarbeiter erstmals in Europa das bis dahin tropische Insekt Ctenolepisma calva und gab ihm den Trivialnamen Geisterfischchen.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Museum für Naturkunde Chemnitz im Kulturzentrum DAStietz. Es wurde 1868 gegründet und ist das älteste Museum der Stadt. Im großen Lichthof steht der Versteinerte Wald, das größte Pflanzenfossil Europas.

Für Kinder

Du stehst im Museum für Naturkunde. Hier steht ein Wald aus Stein. Er heißt Versteinerter Wald und ist das größte Pflanzenfossil Europas. Vor langer Zeit, im Perm, wuchsen hier tropische Regenwaldpflanzen. Dann brachen Vulkane aus und begruben die Pflanzen unter Asche und Gestein. Aus ihnen wurde mit der Zeit Stein. Das Museum hat außerdem ein Insektarium und mehr als 300.000 Ausstellungsstücke. 2017 entdeckte ein Mitarbeiter ein Insekt, das man in Europa noch nie gefunden hatte, das Geisterfischchen. Welches Tier würdest du gern entdecken?

Quellen

Koordinaten: 50.8309, 12.9233 · auf der Karte

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