Stadtohr

Stadtrundgang Chemnitz · Station 5 von 16

DAStietz

1913 · kaufhaus, kulturzentrum, stahlbeton, ns-zeit

Ausführlich

Sie stehen vor dem DAStietz, gesprochen: Das Tietz. Das Haus trägt auch den Titel Kulturkaufhaus. Seit 2004 sind hier auf rund 20.000 Quadratmetern eine Volkshochschule, die Stadtbibliothek, das Museum für Naturkunde, die Neue Sächsische Galerie sowie Geschäfte und Cafés untergebracht. Im großen Lichthof steht der Versteinerte Wald. Gebaut wurde das Haus 1912 und 1913 von Wilhelm Kreis, als Warenhaus der H. und C. Tietz AG. Der Stahlbetonskelettbau mit seinen drei Lichthöfen war für damalige Verhältnisse sehr modern und hatte ein aufwendiges Interieur. Zu Spitzenzeiten beschäftigte das Warenhaus bis zu 1200 Angestellte und Arbeiter. Deshalb baute man schon 1926 und 1927 einen von Erich Basarke entworfenen Erweiterungsbau. Am 8. November 1938 wurde das Warenhaus von den Nationalsozialisten geschlossen, weil die Eigentümerfamilie Tietz und ihre leitenden Mitarbeiter Juden waren. Der Direktor Hermann Fürstenheim wurde während der Novemberpogrome 1938 in seinem Wohnhaus erschossen. Das Haus wurde danach hauptsächlich zu Lagerzwecken genutzt. Bei den Bombenangriffen am 5. März 1945 brannte es weitgehend aus, nur Basarkes Erweiterungsbau blieb unversehrt. Schon am 3. Dezember 1945 öffnete dort das Erzgebirgische Warenhaus, mit zunächst 80 Mitarbeitern und der Losung Chemnitz baut auf. 1949 wurde die Immobilie verstaatlicht und als Konsum-Kaufhaus weitergenutzt. Den Wiederaufbau der ausgebrannten Ruine beschloss man 1957, ausgeführt wurde er von 1960 bis 1963. Am 28. März 1963 eröffnete das HO-Warenhaus Centrum. Mit 10.500 Quadratmetern Verkaufsfläche auf 24 Abteilungen in vier Etagen gehörte es zu den größten und modernsten Kaufhäusern der DDR. Nach der Wende erwarb die Kaufhof AG das Haus und führte es bis 2001 weiter. Bis 2004 wurde es aufwendig saniert. Seit 2020 gibt es im Tietz das Stefan-Heym-Forum, ein Forschungs- und Ausstellungszentrum.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem DAStietz, gesprochen: Das Tietz. Wilhelm Kreis baute das Warenhaus 1912 und 1913. Seit 2004 sind hier die Volkshochschule, die Stadtbibliothek, das Museum für Naturkunde und die Neue Sächsische Galerie untergebracht, dazu Geschäfte und Cafés.

Für Kinder

Du stehst vor dem Tietz. Früher war hier ein riesiges Kaufhaus. Heute findest du hier eine Bibliothek, ein Naturkundemuseum, eine Galerie und eine Volkshochschule. Das Gebäude wurde 1913 gebaut und war für seine Zeit sehr modern: Es hatte ein Skelett aus Stahlbeton und drei große Lichthöfe. Im Zweiten Weltkrieg brannte es fast ganz aus. Schon im Dezember 1945 öffnete im Erweiterungsbau wieder ein Warenhaus. Was würdest du in einem so großen Kaufhaus suchen?

Quellen

Koordinaten: 50.8309, 12.9233 · auf der Karte

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