Stadtohr

Stadtrundgang Bremerhaven · Station 6 von 16

Kennedybrücke und Sturmflutsperrwerk

· sturmflut, brücke, küstenschutz, geeste

Ausführlich

Sie stehen an einem kombinierten Wasserbauwerk: dem Sturmflutsperrwerk an der Geeste und der Kennedybrücke darüber. Das Sperrwerk schützt die Stadt vor Überschwemmung durch Sturmfluten, die Klappbrücke führt eine sechsspurige Straße darüber hinweg. Angesichts der massiven Sturmfluten in den Niederlanden in den 1950er Jahren und der in der Weser immer höher auflaufenden Fluten begannen am 1. März 1958 die Bauarbeiten. Nach drei Jahren Bauzeit wurde das Sperrwerk am 27. September 1961 eingeweiht. Es liegt etwa 650 Meter von der Mündung in die Weser entfernt. Die Geeste kann hier durch zwei hintereinander liegende Stemmtorpaare abgesperrt werden. Die Tore reichen von sechs Metern unter Normalnull bis 7,5 Meter über Normalnull. Üblicherweise werden sie bei erwarteten Wasserständen ab einem Meter über mittlerem Hochwasser geschlossen. Für die Schifffahrt bleibt eine 24 Meter breite Durchfahrt, so breit, damit die früher weiter oberhalb gelegenen Werften ihre Neubauten an die Weser verholen konnten. Dann kam die Probe. Nur fünf Monate nach der Einweihung stürmte es am Abend des 16. Februar 1962 mit Beaufort 10. Der Wasserstand betrug 5,85 Meter über Normalnull. Das Sperrwerk verhinderte die größte Katastrophe in der Geschichte Bremerhavens. Ohne die Deiche und das Sperrwerk wären 80 Prozent des Stadtgebiets überflutet worden, und die Bürgermeister-Smidt-Straße hätte 2,85 Meter unter Wasser gestanden. Nun zur Brücke. Sie wurde 1960 und 1961 gebaut, aber erst am 11. April 1963 dem Verkehr übergeben. Nach der Ermordung des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy am 22. November 1963 erhielt sie am 30. Januar 1964 den Namen Kennedybrücke. Es ist eine einflügelige Klappbrücke, die bis Beaufort 9 elektro-mechanisch geöffnet werden kann. Die Gegengewichte liegen in einem Brückenkeller unter dem Straßenniveau. Die Klappe ist 29,3 Meter lang und 28,4 Meter breit und hat sechs Fahrspuren sowie Fußwege auf beiden Seiten. Mit ihrer Eröffnung wurden die Alte Geestebrücke von 1904 und die Innenstadt vom Autoverkehr entlastet. 1967 folgte die Columbusstraße auf dem zugeschütteten Teil des Alten Hafens. Damit waren die Voraussetzungen für eine Fußgängerzone in der Bürgermeister-Smidt-Straße gegeben, die Ende der 1970er Jahre entstand. Die Zukunft dieses Bauwerks ist offen: Wegen des Klimawandels sind die Deiche bereits auf 8,4 Meter erhöht worden, das Sperrwerk selbst lässt sich nicht auf diese Höhe bringen. Ein neues soll näher an der Geestemündung entstehen, zwischen der Weserfähre und den Weserterrassen. Mit der Fertigstellung ist nicht vor 2033 zu rechnen.

Kurzfassung

Sie stehen an der Kennedybrücke und dem Sturmflutsperrwerk an der Geeste. Das Sperrwerk wurde am 27. September 1961 eingeweiht und schützt die Stadt vor Sturmfluten. Die Klappbrücke darüber trägt seit 1964 den Namen des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy.

Für Kinder

Hier fließt die Geeste kurz vor ihrer Mündung in die Weser. Und hier stehen riesige Tore gegen das Wasser. Wenn eine Sturmflut kommt, können sie die Geeste abriegeln. Das Sperrwerk wurde 1961 eingeweiht. Schon im Februar 1962, fünf Monate später, kam eine schwere Sturmflut. Ohne Deiche und Sperrwerk wäre ein großer Teil der Stadt überflutet worden. Darüber führt eine Klappbrücke, die nach einem amerikanischen Präsidenten benannt ist: John F. Kennedy. Wie schwer ist wohl eine Brückenklappe, die 29 Meter lang ist?

Quellen

Koordinaten: 53.5384, 8.58386 · auf der Karte

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