Stadtohr

Stadtrundgang Bremen · Station 15 von 16

Dom-Museum

1987 · museum, bischofsgraeber, kirchengeschichte

Ausführlich

Sie stehen am Dom-Museum im Bremer St.-Petri-Dom. Es ist ein ökumenisches Museum für bremische Kirchengeschichte, gegründet 1987 zur Aufnahme von Funden aus den mittelalterlichen Bischofsgräbern des Doms, in der Trägerschaft der Stiftung Bremer Dom. Diese Station handelt von einem Zufall, genauer gesagt von einer Heizung. Während der letzten großen Dom-Restaurierung von 1973 bis 1976, für die der Dom geschlossen war, fanden parallel Ausgrabungen statt. Begünstigt wurde das Vorhaben durch die Absicht, im Untergrund des Mittelschiffes eine Umluftheizung zu verlegen. Man musste also ohnehin in den Boden. Dazu kam ein zweiter Umstand: Schon um 1200 waren die vorromanischen Bischofsgräber in ein Sammelgrab umgebettet worden. Die Öffnung und Bergung begann im Juni 1974 unter der Leitung von Karl Heinz Brandt. Gefunden wurden elf Grabgruben und Grabanlagen, die aber nicht alle Bestattungen enthielten. Und hier wird es wissenschaftlich ehrlich. Bei den zum Teil intakten Gräbern ist eine sichere Identifizierung der Personen mit den bisher angewandten Methoden nicht möglich. Deshalb werden die Grabfunde nur mit Nummern bezeichnet. Man weiß, dass hier Erzbischöfe lagen, aber nicht, welcher in welchem Grab. Auf Erzbischof Unni, der in Birka gestorben war und dessen Kopf nach Bremen überführt wurde, scheint eine etwa achtzig mal achtzig Zentimeter große Grube hinzuweisen. Erzbischöfe wurden im Mittelalter, ebenso wie Päpste und Fürsten, in vollem Ornat begraben, dazu kamen Bischofsstab, Ring, Kelch und Patene. Diese Funde sind von zentraler Bedeutung für die Textilforschung. Für die Textilien ließ sich nach vergeblichen Bemühungen in Deutschland die Textilwerkstatt des Schwedischen Reichsamtes für Denkmalpflege in Stockholm gewinnen. Material aus acht Gräbern ging zur Untersuchung nach Schweden. Im Museum selbst, in den Anbauten im Südosten der Kirche, kommen Sie zuerst in einen Raum mit Malereien vom Anfang des 15. Jahrhunderts. In diesem Doppelraum befanden sich von 1823 bis 1984 die durch natürliche Austrocknung erhaltenen Leichen des Bleikellers. Heute stehen hier Exponate aus Stein, darunter der 1974 gefundene Steinsarg von Erzbischof Bezelin. Im abgedunkelten Textilraum liegen die Gewänder und Insignien aus dreizehn Bestattungen, gekennzeichnet mit Grabnummern. Zum Schluss eine Geschichte, die auseinandergerissen endet. In einer Vitrine liegt ein Faksimile des Dagulf-Psalters aus dem 8. Jahrhundert, der nach einem Eintrag von 1450 in den Bremer Dom kam. Vor Beginn des 17. Jahrhunderts wurden Einbanddeckel und Schriftteil getrennt. Die Handschrift kam zwischen 1666 und 1669 in die Wiener Hofbibliothek, die Elfenbeintafeln des Einbands befinden sich im Louvre. Ein Buch, drei Städte. Wir gehen zurück in Richtung Wallanlagen, zur letzten Station.

Kurzfassung

Sie stehen am Dom-Museum im Bremer St.-Petri-Dom. Es ist ein ökumenisches Museum für bremische Kirchengeschichte und wurde 1987 gegründet, um Funde aus den mittelalterlichen Bischofsgräbern des Doms aufzunehmen. Die Räume liegen in den Anbauten im Südosten der Kirche.

Für Kinder

Du stehst am Dom-Museum. Es gibt es, weil Forscher etwas gefunden haben. Von 1973 bis 1976 wurde der Dom innen renoviert. Man wollte eine neue Heizung in den Boden legen und musste dafür graben. Dabei stieß man auf alte Gräber. Darin lagen Erzbischöfe, die wichtigsten Kirchenmänner der Stadt. Elf Gräber wurden gefunden. Und das Spannende: Niemand weiß, wer in welchem Grab lag. Deshalb haben die Gräber nur Nummern. Was würdest du lieber ausgraben: einen Becher oder ein Stück Stoff?

Quellen

Koordinaten: 53.0753, 8.80961 · auf der Karte

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