Stadtohr

Stadtrundgang Bremen · Station 16 von 16

Hotel am Hillmannplatz

1982 bis 1985 · hotel, architektur, passage

Ausführlich

Sie stehen am Hotel am Hillmannplatz, in der Bahnhofsvorstadt, und damit wieder fast am Anfang unseres Weges. Das ist ein guter Ort zum Schließen, denn an diesem Platz lässt sich die ganze Kette noch einmal ablesen: bauen, verlieren, improvisieren, planen, umplanen, bauen. Der Hillmannplatz erhielt seinen Namen nach dem im Zweiten Weltkrieg zerstörten Hillmann-Hotel, das Johann Heinrich Hillmann 1847 am Herdentor an der Ecke zu den Wallanlagen errichten ließ. Es war eines der vornehmsten Hotels der Hansestadt und hatte in den 1930er Jahren rund 300 Betten. Nach dem Krieg kam das Provisorium. 1949 entstand am Standort die eher provisorisch gestaltete, eingeschossige Hillmannpassage mit 22 Geschäften und dem Café Hillmann. Das Café mit Dachterrasse war ein beliebter Treffpunkt und abends ein sehr stark besuchter Tanzsaal. 1971 wurden Café und Passage abgerissen. In den 1950er bis 1970er Jahren sollte an dieser Stelle ein Kaufhaus, auch ein Bürohochhaus und ein fünfzehngeschossiger Hotelturm entstehen. Dazu kam es nicht, denn Hochhäuser wurden in den 1970er und 1980er Jahren von der Bevölkerung stark abgelehnt. Was dann gebaut wurde, ist deshalb ein Dokument eines Meinungswechsels. Von 1982 bis 1985 entstand das heutige Haus nach Plänen der Architektengemeinschaft gmp mit Meinhard von Gerkan, Volkwin Marg und Partner aus Hamburg, zunächst für die Hotelsparte der kanadischen Eisenbahngesellschaft Canadian Pacific, später als Marriott-Hotel. Schauen Sie die Fassade entlang: ein fünfgeschossiger, geschwungener Einzelbau aus roten Klinkersteinen, darüber ein mit Zinkblech verkleidetes Staffelgeschoss. Die Hotelzimmer liegen in den oberen vier Geschossen. Diagonal durch das Gebäude führte eine kleinere Ladenpassage vom nördlichen Hillmannplatz zu einer glasgedeckten Rotunde und weiter zur Contrescarpe. Der architekturführer bremen hält dazu fest, die realisierte Lösung nehme Abschied von den modernistischen Hochhausträumen und kombiniere die historisch bewährten Funktionen Hotel und Ladenpassage. Veränderte architektonische Leitbilder erkenne man auch an der wuchtigen ziegelverkleideten Fassade mit ihren Blendfenstern und Segmentbögen. Marriott gab das Hotel um 2003 auf, die kleine Passage wurde geschlossen. Ende 2008 eröffnete hier ein Fünf-Sterne-Swissôtel mit 230 Zimmern, und das Restaurant hieß aus Tradition Hillmann’s. 2019 übernahm die Dorint-Gruppe das Haus, seit dem 1. Juni 2019 heißt es Dorint City-Hotel Bremen. Im Erdgeschoss lag von 1985 bis Ende Juli 2021 das Restaurant und Bistro Grashoff. Damit sind wir am Ende und gleichzeitig wieder an unserer vierten Station, denn das Bistro Grashoff war der Grund, warum Loriots Töchter diesen Ort für den Loriotplatz wählten, der zum Hillmannplatz gehört. Vielen Dank, dass Sie mitgegangen sind.

Kurzfassung

Sie stehen am Hotel am Hillmannplatz in der Bahnhofsvorstadt. Gebaut wurde es von 1982 bis 1985 nach Plänen der Architektengemeinschaft gmp. Es ist ein fünfgeschossiger, geschwungener Bau aus roten Klinkersteinen. Der Platz ist nach dem im Krieg zerstörten Hillmann-Hotel benannt.

Für Kinder

Letzte Station. Du stehst an einem großen Hotel aus roten Ziegelsteinen. Es ist rund gebogen, nicht gerade, und wurde von 1982 bis 1985 gebaut. Vorher war hier ganz anderes. 1847 stand hier ein feines Hotel, das Hillmann-Hotel. Davon hat der Platz seinen Namen. Im Zweiten Weltkrieg wurde es zerstört. Danach baute man schnell etwas Einfaches: eine flache Reihe mit 22 Läden und einem Café, auf dessen Dach man tanzen konnte. Dann wollten Planer ein Hochhaus. Die Bremer wollten das nicht.

Quellen

Koordinaten: 53.0803, 8.8092 · auf der Karte

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