Sie stehen im Skulpturengarten der Bürgerschaft, am Bremer Marktplatz, rechts neben dem Haus der Bürgerschaft. Er ist während der Öffnungszeiten der Bremischen Bürgerschaft zugänglich. Nehmen Sie sich hier Zeit, denn obwohl der Garten direkt am Marktplatz liegt, ist er ein ruhiger Platz zum Verweilen. Und Sie stehen auf dem Platz, der Bremen in die Unesco-Liste gebracht hat. Das Rathaus und der steinerne Roland stehen seit 2004 auf der Liste des Weltkulturerbes. Die Figuren hier stammen alle von einem Bildhauer, Gerhard Marcks. Fünf sind aus Bronze: Prima Vera, ein Paar, Mann und Frau, dann der Schreitende Jüngling und das Schreitende Mädchen, beide 1960, der Getroffene von 1963 und der Verwundete Achill von 1969. Die Dryade von 1969 ist aus Stein. Zur Datierung eine Anmerkung: Es heißt, die Bronzeplastiken seien zwischen 1960 und 1969 entstanden, datiert Prima Vera aber auf 1958. Ich glätte das nicht, sondern sage Ihnen, dass es zwei Angaben gibt. 2005 wurden die Skulpturen neben der Bürgerschaft der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Drei der Namen lohnen eine Erklärung, denn sie holen ganz andere Geschichten in diesen Garten. Prima Vera war ein deutsches Stummfilmmelodram von 1917. Darin verliebt sich eine junge Frau in einen Maler namens Melchior, dem sie als Modell für ein Altarbildnis sitzt. Nach viel Trubel fliehen beide nach Italien, und Melchior lässt sie eines Tages sitzen. Achill oder Achilleus war ein unverwundbarer Heros der Achäer in der griechischen Mythologie. Nach Homers Ilias wurde er im Trojanischen Krieg dann doch verwundet und starb. Deshalb der Titel Verwundeter Achill: Der Unverwundbare, verwundet. Dryaden schließlich sind Baumgeister der griechischen Mythologie, Nymphen, die auf Eichbäumen lebten und als schöne weibliche Wesen vorgestellt wurden. Das griechische Wort drys heißt Baum oder Eiche. Eine Dryade aus Stein in einem Garten ist also fast ein Wortspiel. Gerhard Marcks lebte von 1889 bis 1981 und war einer der wichtigsten deutschen Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Und nun der Hinweis, wohin Sie schauen sollten, wenn Sie den Garten verlassen. Von Marcks stammen auch die Bremer Stadtmusikanten, 1953 in Bronze, am Bremer Rathaus. Die bekannteste Figurengruppe der Stadt und die stillen Figuren in diesem Garten sind von derselben Hand. Weitere Werke von ihm stehen in Bremen im Gerhard-Marcks-Haus neben der Kunsthalle bei den Wallanlagen, als Leihgaben im Haus der Bürgerschaft, als liegende Aegina von 1966 seit 1968 in den Wallanlagen, als Der Rufer von 1967 seit 2007 vor Radio Bremen und als Prophet und Genius von 1961 im Garten der Villa Ichon im Ostertorviertel. Wir gehen weiter zum Dom.
Sie stehen im Skulpturengarten der Bürgerschaft, am Bremer Marktplatz rechts neben dem Haus der Bürgerschaft. Zu sehen sind Figuren von Gerhard Marcks, fünf in Bronze und eine in Stein. 2005 wurde der Garten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Du stehst in einem Garten mitten in der Stadt, gleich neben dem Haus, in dem die Politiker von Bremen zusammenkommen. Auf dem Marktplatz ist es laut, hier ist es ruhig. In diesem Garten stehen Figuren aus Bronze und eine aus Stein. Bronze ist ein Metall, das zuerst flüssig ist und dann in eine Form gegossen wird. Alle Figuren sind von Gerhard Marcks. Und jetzt die Überraschung: Die Bremer Stadtmusikanten am Rathaus sind von demselben Künstler, aus dem Jahr 1953. Welche Figur gefällt dir besser?
Koordinaten: 53.075224, 8.807547 · auf der Karte