Sie stehen auf dem Burgplatz. Er ist das geschichtliche und geografische Zentrum Braunschweigs und eine der fünf Traditionsinseln der Stadt. Bis ins späte 19. Jahrhundert war das Gelände im Osten vom Lauf der Oker begrenzt. Ein flacher Ausläufer der Niederterrasse, der sich in die sumpfige Flussaue schob, bestimmte den Standort von Burg und Stiftskirche. Seit dem 9. Jahrhundert lag hier der Fürstensitz der Brunonen, gebaut als Flachlandburg. Heinrich der Löwe baute den Platz im 12. Jahrhundert zum Zentrum der welfischen Macht aus. Die Siedlungsfläche der Stadt vergrößerte sich, vorsichtig geschätzt, auf das Dreifache. Schauen Sie sich um: Begrenzt wird der Platz vom Palas der Burg Dankwarderode, vom Dom, vom klassizistischen Vieweghaus, vom Veltheimschen Haus und vom Huneborstelschen Haus. Das Veltheimsche Haus von 1573 ist ein später Nachfahre der Adelshöfe, die im Norden standen. Der Grundriss ist bis heute der mittelalterliche. Der Palas war ein zweistöckiger Saalbau mit Ausmaßen von rund vierzig Metern, mehr als bei den meisten Königspfalzen. Der Hauptbau der Burg, den Sie an der Ostseite sehen, ist allerdings ein Neubau der Jahre 1887 bis 1889. Es heißt streng: Eine Ähnlichkeit mit den Bauten Heinrichs könne man nur mit äußerster Großzügigkeit behaupten, der Trakt zur Stiftsseite sei historisierende Fantasie. Nach dem Ende des Mittelalters sank die Bedeutung des Platzes bis zur Bedeutungslosigkeit. Die Burg wurde zur Kaserne und stand nach einem Brand 1873 als Ruine da. Ende des 19. Jahrhunderts sollte sie nach dem Willen der Stadtväter abgerissen werden, nach Bürgerprotesten geschah das nicht. Im Zweiten Weltkrieg blieben die Gebäude des Burgplatzes weitestgehend verschont, nur der Palas erhielt einige Volltreffer. Die Innenstadt war zu neunzig Prozent zerstört. Senken Sie den Blick zum Pflaster. Es besteht aus rotem und vereinzelt grünem Beuchaer Granitporphyr, mit besonders rauen und unebenen Steinoberflächen. Gelegt wurde es, als die Nationalsozialisten den Dom zur „Nationalen Weihestätte“ umgestalteten. Und dann die Kleinigkeit: links neben dem Eingang zur Burg das kleinste Antiquariat Deutschlands, mit einer Grundfläche von etwa acht Quadratmetern. Eine Quelle nennt 1949 als Jahr der Errichtung, sagt aber auch, dass Bernhard Schütte es von 1930 bis 1992 fortführte. Beides passt nicht zusammen, ich gebe beide Jahre weiter. Im Sommer baut hier das Staatstheater seine Bühne auf, dort kommen wir später hin.
Sie stehen auf dem Burgplatz, dem geschichtlichen und geografischen Zentrum Braunschweigs. Seit dem 9. Jahrhundert lag hier der Fürstensitz der Brunonen. Im 12. Jahrhundert baute Heinrich der Löwe den Platz zum Zentrum der welfischen Macht aus. Er gehört zu den fünf Traditionsinseln der Stadt.
Du stehst auf dem wichtigsten Platz von Braunschweig. Hier hatte vor mehr als 800 Jahren Heinrich der Löwe seine Burg. Auf dem Platz stehen eine Burg, ein Dom und ein Löwe aus Bronze. Die Burg ist nicht so alt, wie sie aussieht, der Hauptbau entstand 1887 bis 1889. Schau auf den Boden: Das Pflaster ist rau und uneben. Und links neben dem Burgeingang ist das kleinste Antiquariat Deutschlands, es hat nur acht Quadratmeter. Wie viele Bücher, glaubst du, passen da hinein?
Koordinaten: 52.2647, 10.5236 · auf der Karte