Stadtohr

Stadtrundgang Braunschweig · Station 6 von 16

Braunschweiger Rathaus

1894 · rathaus, neugotik, historismus, regierungsviertel

Ausführlich

Sie stehen vor dem Braunschweiger Rathaus am Platz der Deutschen Einheit. Das Rathaus liegt im Braunschweiger Regierungsviertel, direkt gegenüber dem Dom. Es war eines von mehreren repräsentativen Gebäuden, die um 1900 in einem geplanten Regierungsviertel in der Stadtmitte entstanden. Entworfen hat es der Stadtbaurat Ludwig Winter. Gebaut wurde zwischen 1894 und 1900, im Stil der Neogotik. Als Vorbilder dienten Gebäude aus Belgien und England und das Wiener Rathaus. Die Kosten beliefen sich auf 2,5 Millionen Mark. Eine Quelle nennt für die Einweihung zwei Daten, den 27. Dezember 1900 und, für die Übergabe mit Eröffnung des Sitzungssaales, den 26. Dezember 1900. Ich nenne Ihnen beide. Bleiben wir bei der Planung. Erste Entwürfe gab es ab 1880. Sie sahen sogar vor, die Burg Dankwarderode, die nur wenige Meter östlich lag, teilweise abzureißen. Winter selbst legte ein Konzept zur Erhaltung und zum Neubau vor, und die Abrisspläne wurden aufgegeben. Dann der Turm. An der Südwestecke steht der einundsechzig Meter hohe, fünfspitzige Rathausturm. Als die Baukosten die Planung deutlich überstiegen, wurde 1893/94 beraten, entgegen den ursprünglichen Plänen ganz auf ihn zu verzichten. Aber die Fundamente waren schon angelegt, und so wurde er doch gebaut. Schauen Sie auf die Türgriffe am Portal. Sechs Griffe, geschaffen von Siegfried Neuenhausen und Ulla Lauer, zeigen Bauwerke, Szenen und Personen der Stadtgeschichte. Sie finden dort den Braunschweiger Löwen, Carl Friedrich Gauß, den Dom, die Braunschweiger Mumme, ein Bier, das im Spätmittelalter ein Exportschlager war, und die Unternehmen Rollei und Voigtländer. Dazu kommen Till Eulenspiegel selbst, eine Meerkatze und eine Eule als Anspielungen auf seine Streiche, zwei Braunschweiger Originale, Harfen-Agnes und Rechen-August, und der abgetrennte Kopf Henning Brabandts. Über dem Eingang stehen vier Figuren: Wissenschaft, Kunst, Handwerk und Handel. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Rathaus vergleichsweise gering beschädigt, während die Innenstadt zu neunzig Prozent zerstört war. Es konnte bald nach Kriegsende weiter genutzt werden. Der Treppengiebel über dem Eingang stürzte dagegen nach schwerer Beschädigung ein. Von 1968 bis 1971 entstand am Bohlweg ein moderner Erweiterungsbau. Im Rathaus befinden sich heute das Standesamt und eine Erinnerungsstätte für verfolgte und ermordete Braunschweiger Sinti.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Braunschweiger Rathaus am Platz der Deutschen Einheit, gegenüber dem Dom. Ludwig Winter baute den Altbau von 1894 bis 1900 im Stil der Neogotik. Der Rathausturm ist einundsechzig Meter hoch. Im Haus gibt es heute eine Erinnerungsstätte für verfolgte Sinti.

Für Kinder

Du stehst vor dem Rathaus von Braunschweig. Es wurde im Jahr 1900 eingeweiht. Sein Turm ist einundsechzig Meter hoch. Man überlegte sogar, ihn wegzulassen, weil es zu teuer wurde. Aber die Fundamente waren schon fertig, deshalb steht er jetzt doch da. Schau dir die Türgriffe am Eingang an. Auf ihnen sind Dinge aus der Stadtgeschichte zu sehen: der Löwe, Till Eulenspiegel und eine Eule. Im Krieg wurde die Stadt rundherum zerstört, aber das Rathaus blieb fast ganz. Welches Tier erkennst du auf den Griffen?

Quellen

Koordinaten: 52.2646, 10.5253 · auf der Karte

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