Stadtohr

Stadtrundgang Braunschweig · Station 7 von 16

Braunschweiger Dom

1173 · dom, heinrich der löwe, romanik, grablege

Ausführlich

Sie stehen vor dem Braunschweiger Dom, der bedeutendsten Kirche der Stadt. Er ist das Werk eines Mannes: Heinrichs des Löwen. Der Herzog von Bayern und Sachsen kehrte von einer Pilgerreise aus dem Heiligen Land zurück und begann 1173 mit dem Bau, gegenüber seiner Burg Dankwarderode. Hier sollten er und seine zweite Frau Mathilde von England begraben werden. Die Bauzeit verlief nicht glatt. Von 1182 bis 1185 war Heinrich zum ersten Mal in England in der Verbannung, für diese Jahre wird eine Bauunterbrechung angenommen. 1189 starb Mathilde. 1195 brannte das Dach der Kirche ab, im selben Jahr starb Heinrich und wurde neben ihr im noch unfertigen Dom beigesetzt. Das gemeinsame Grabmal im Dom wurde um 1230 gestiftet. Geweiht wurde die Kirche am 29. Dezember 1226, und Thomas Becket wurde zum dritten Schutzpatron erkoren. Schauen Sie auf den Bau: Es ist eine dreischiffige romanische Pfeilerbasilika aus Kalkstein. Sie war die erste große Kirche in einem weiten Umkreis, die von Anfang an in allen Teilen eingewölbt war. Die beiden achteckigen Türme wurden um 1300 durch ein Glockenhaus verbunden. Auf der Nordseite, zum Burgplatz hin, liegt das Hauptportal. Darüber sehen Sie das Wappen des welfischen Kanzlers Ludolf Quirre und die Jahreszahl 1469. Nun zum Wort Dom. Die Kirche heißt wohl erst seit dem 14. oder 15. Jahrhundert so, und nach mittelalterlichem Verständnis war damit weniger die Kirche eines Bischofs gemeint als die eines Stiftes. Bis ins 19. Jahrhundert hieß sie Stiftskirche. Seit 1543 ist sie protestantisch. Im Inneren lohnt der Blick nach oben und zu den Pfeilern. Das Kreuzschiff, der hintere Teil des Langhauses und die Apsiden wurden zwischen 1230 und 1250 mit Secco-Malereien ausgestattet, rund 80 Prozent davon sind erhalten. 1845 wurden sie unter einer Übermalung wiederentdeckt, abgepaust und restauriert. Im 19. Jahrhundert war es üblich, dabei fantasievolle Ergänzungen anzubringen, die mit dem Original nichts zu tun hatten. Die Malereien auf den Säulen im Langhaus gab es im Mittelalter sehr wahrscheinlich nicht, einige tragen den unauffälligen Hinweis „Von Essenwein ergänzt 1880“. Am nordwestlichsten Langhauspfeiler steht dagegen der Name des mittelalterlichen Künstlers, Johannes Wale oder Johannes Gallicus, der darin stolz auf sein Werk verweist.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Braunschweiger Dom, offiziell der Domkirche St. Blasii. Heinrich der Löwe stiftete ihn 1173 gegenüber seiner Burg Dankwarderode als seine Grablege. Der romanische Bau wurde 1226 geweiht. Seit 1543 ist er ein protestantisches Gotteshaus.

Für Kinder

Du stehst vor dem Dom von Braunschweig. Ein Herzog hat ihn gebaut: Heinrich der Löwe. Er wollte, dass er und seine Frau Mathilde hier einmal begraben werden. Das ist auch geschehen. Der Bau begann 1173, geweiht wurde der Dom 1226. Die beiden Türme sind achteckig. Drinnen gibt es Wandmalereien aus den Jahren 1230 bis 1250, ein großer Teil ist noch da. Gleich neben dem Dom steht das Tier, nach dem der Herzog benannt ist. Kannst du es schon entdecken?

Quellen

Koordinaten: 52.264166666, 10.524166666 · auf der Karte

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