Stadtohr

Stadtrundgang Brandenburg an der Havel · Station 4 von 16

Wohn- und Geschäftshaus Gustav Weyland

· expressionismus, 1920er, wohnhaus, denkmal

Ausführlich

Sie stehen vor dem Wohn- und Geschäftshaus Gustav Weyland, Parduin 1 und 2, Ecke Rathenower Straße. Der Name Parduin ist Ihnen vielleicht schon begegnet: So hieß die Kaufmannssiedlung bei St. Gotthardt. Ob die Straße danach benannt ist, sagt eine Quelle nicht. Wir verlassen mit diesem Haus das Mittelalter. 1925 ließ der altstädtische Bäckermeister Gustav Weyland hier ein Haus bauen, anstelle von drei älteren Gebäuden. Es ist ein Putzbau im Stil des Expressionismus. Schauen Sie die Fassade entlang. Das Erdgeschoss ist grau verputzt, die oberen Stockwerke sind rot gestrichen. An der abgeschrägten Ecke steht ein Stufengiebel, die Ecke ist über die Traufe hinaus überhöht. In den letzten Fensterachsen zur Ecke hin sitzen Dreieckserker. Über den Schaufenstern liegen auffällige dreieckige, mehrsprossige Fenster. Die übrigen Fenster haben die für die 1920er Jahre typische Sechserteilung. Zum Parduin hat das Haus ein Mansarddach. Weyland baute auf dem Hof eine Bäckerei, verkauft wurde im Ladengeschäft zur Straße. In ein weiteres Geschäft im Haus zog die Drogerie eines seiner Söhne. Das Haus hatte schon beim Neubau eine Zentralheizung, für damalige Verhältnisse modern. Dann folgt die Geschichte der Besitzer. In den 1980er Jahren verkauften die Erben das Haus an die Kommune. Notwendige Sanierungen ließen sich nicht mehr bezahlen, weil die Mieteinnahmen in der DDR gesetzlich zu niedrig festgeschrieben waren. Nach der Wende hatte in den 1990er Jahren eine Klage auf Rückerstattung Erfolg. Der Verkauf war einzig wegen dieser zu niedrigen Mieten nötig gewesen. Heute gehört das Haus einer Erbengemeinschaft aus drei Personen, mit Anteilen von 50, 25 und 25 Prozent. Sie ließ es in den 2000er Jahren umfassend sanieren, dabei wurden die Hofgebäude wie die alte Bäckerei abgerissen. Im Haus gibt es vierzehn Mietwohnungen und vier Ladengeschäfte. Im Erdgeschoss betreibt eine Enkelin Weylands, zur Hälfte Erbin, die ehemalige Drogerie ihres Vaters als Reformhaus. Die Einrichtung dieses Ladens ist ebenfalls denkmalgeschützt: weiße Schränke, wie sie in Drogerien und Apotheken vorkamen, teils verglast, mit Schubfächern, dazu verglaste Ladentische und Vitrinen. Der Schriftzug Drogerie ist entfernt. Erhalten blieb aber der Name des Bauherrn über dem Ladengeschäft an der Ecke, in dem heute eine Fahrschule sitzt. Suchen Sie ihn: Gustav Weyland.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Wohn- und Geschäftshaus Gustav Weyland, Parduin 1 und 2. Der Bäckermeister Weyland ließ es 1925 im Stil des Expressionismus bauen, anstelle von drei älteren Häusern. Es hatte schon eine Zentralheizung. Im Erdgeschoss besteht ein Reformhaus mit denkmalgeschützter Einrichtung.

Für Kinder

Dieses Haus ist nicht aus dem Mittelalter, es ist von 1925. Ein Bäckermeister hat es gebaut, er hieß Gustav Weyland. Im Hof war seine Bäckerei, an der Straße ein Laden. Ein Sohn von ihm hatte eine Drogerie im selben Haus. Das Haus hatte schon damals eine Zentralheizung, das war für die Zeit modern. Unten gibt es noch heute ein Reformhaus mit den alten weißen Schränken. Schau mal über die Läden an der Ecke: Findest du dort den Namen des Bäckers?

Quellen

Koordinaten: 52.415111111, 12.555180555 · auf der Karte

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