Stadtohr

Stadtrundgang Brandenburg an der Havel · Station 3 von 16

St. Gotthardt

1456 · kirche, backsteingotik, altstadt, loriot

Ausführlich

Sie stehen vor der Kirche St. Gotthardt. Sie ist neben dem Dom und St. Katharinen eine der drei Hauptkirchen der Stadt, geweiht dem heiligen Bischof Godehard von Hildesheim. Zur Jahreszahl: Wikidata nennt 1456. Das ist das Jahr, in dem der Umbau zur gotischen Hallenkirche begann. Die Kirche selbst ist älter. Ich nenne Ihnen die ältere Angabe und sage dazu, dass es zwei gibt. Gegründet wurde sie vor 1147 im damaligen Parduin, wahrscheinlich vom slawischen Hevellerfürsten Pribislaw-Heinrich. Spätestens 1147 wurde dort ein Prämonstratenserstift mit Klerikern aus dem Stift St. Marien in Leitzkau errichtet. 1161 erhob man es zum Domkapitel Brandenburg. Dann zog es auf die Dominsel, wo wir eben standen. Zum Zeitpunkt gibt es zwei Angaben: Eine Quelle zu St. Gotthardt nennt 1165, der zur Burg 1161. Seitdem war St. Gotthardt Pfarrkirche der Altstadt, und die Pfarrer blieben Prämonstratenser aus dem Domkapitel. 1540 wurde auch diese Kirche nach der Reformation evangelisch. Schauen Sie auf den Westturm. Er besteht aus regelmäßigen Granitquadern und entstand in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Ursprünglich war eine Doppelturmanlage geplant. Das rundbogige Stufenportal stammt aus derselben Zeit. Der Turm gehört mit Teilen der Petrikirche und der Nikolaikirche zu den ältesten erhaltenen Bauwerken der Stadt. Das Kirchenschiff bestand wahrscheinlich ebenfalls aus Granitquadern. Ab 1456 wurde es zur dreischiffigen gotischen Hallenkirche umgebaut, Baumeister war Heinrich Reinstorp. 1472 kam die Taufkapelle dazu, 1475 war die neue Kirche geweiht. Dann die Schäden. 1776 hatte der Turm eine barocke Laterne mit Haube bekommen. 1945 wurde sie zerstört, 1964 bis 1966 stellte man sie etwas einfacher wieder her. Am 5. Mai 1972 zerstörte ein Kirchenbrand das Innere und die Orgel. Ab 1976 wurde das Innere umfassend renoviert, 1986 der Orgelneubau eingeweiht, mit 44 Registern auf drei Manualen und Pedal. In der Taufkapelle wurde Vicco von Bülow getauft, besser bekannt als Loriot. In den 2000er Jahren war die Kapelle durch eindringendes Regenwasser schwer beschädigt. Ein Spendenaufruf Loriots und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz halfen bei der Finanzierung. Zu seinen Ehren wurde die Nordkapelle restauriert. Am 19. September 2009 fand die feierliche Übergabe statt, als Geschenk zu seinem 85. Geburtstag. Noch ein Blick nach draußen: Vom Kirchturm aus malte Zacharias Garcaeus die erste bekannte Stadtansicht Brandenburgs, mit Blick nach Westen über die Altstadt. Das Trebaw'sche Epitaph in der Kirche zeigt die Altstadt ebenfalls von Westen, mit dem Plauer Torturm. Den besuchen wir noch.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Kirche St. Gotthardt, einer der drei Hauptkirchen der Stadt. Gegründet wurde sie vor 1147 im damaligen Parduin. Der Westturm aus Granitquadern stammt aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Ab 1456 wurde das Kirchenschiff zur gotischen Hallenkirche umgebaut.

Für Kinder

Der Turm dieser Kirche ist über 800 Jahre alt, er stammt aus dem 12. Jahrhundert. Er besteht aus regelmäßig behauenen Granitsteinen. Die Kirche heißt St. Gotthardt. Ab 1456 baute man das Kirchenschiff zur gotischen Hallenkirche um. Am 5. Mai 1972 brannte es in der Kirche. Das Innere und die Orgel wurden zerstört. 1986 wurde eine neue Orgel eingeweiht. Hier wurde auch der berühmte Humorist Loriot getauft. Stell dir vor, das Innere deiner Kirche brennt aus: Was würdest du als Erstes wiederaufbauen?

Quellen

Koordinaten: 52.41611, 12.55639 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.