Sie stehen vor dem Altstädtischen Rathaus. Wikipedia nennt es ein herausragendes Baudenkmal und ein Beispiel spätmittelalterlicher Backsteingotik. Beginnen wir mit dem, was vorher hier stand. Ab etwa 1290 gab es ein erstes Rathaus, mit gemauertem Keller und einer Halle in Holzbauweise. Etwa 1430 wurde ein zweistöckiger Anbau mit Gewölbe und auffälligen Kreis- und Wappenblenden angefügt, mit den Rats- und Schreibstuben. Er ist erhalten. Eine Quelle nennt allerdings später für ein älteres Bauwerk das Jahr 1530. Das passt nicht zusammen, und ich lasse beide Angaben so stehen. Um 1468 ersetzte man den alten Holzbau durch den roten Backsteinbau, den Sie sehen. Der Baumeister ist unbekannt. Schauen Sie auf den Turm. Er ist nur halb in den Bau eingezogen, und das ist eine Besonderheit. Das Vorbild dürften die Belfriede in Belgien und den Niederlanden sein. Dafür sprechen die engen Handelskontakte, die die Hansestadt Brandenburg im 15. Jahrhundert mit Brügge hatte. Im Haus gab es unten eine dreischiffige Kaufhalle, oben den Ratssaal, dazu das städtische Gefängnis, die Gerichtslaube, ein Archiv und eine Waffenkammer. Dann der Bruch. 1715 wurden die Verwaltungen der bis dahin teilweise selbstständigen Städte Altstadt und Neustadt vereinigt. Man wählte das Neustädtische Rathaus als Sitz, für dieses Haus bedeutete das Leerstand und Verfall. 1753 baute man es für eine Barchentmanufaktur um, das mittelalterliche Maßwerk wurde weiß überputzt. Danach war es Warenlager, Kaufhalle und Kornmagazin, bis 1819. Dann zog das Landes- und Stadtgericht ein. 1826 bekam der Turm zwei zusätzliche Geschosse und den heutigen Abschluss nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel. 1904 wurde es wegen Baufälligkeit gesperrt. Um einen drohenden Abriss zu verhindern, kaufte die Stadt es 1910 zurück und sanierte es in den folgenden zwei Jahren. Der weiße Putz kam von den Fassaden. Und nun der Roland, vor dem Haus. Seit 1402 ist in der Neustadt eine Rolandsfigur überliefert. Der heutige wurde 1474 aus Sandstein geschaffen, ist 5,33 Meter hoch, trägt eine Plattenrüstung und hält das Schwert senkrecht in der rechten Hand. Die linke liegt am Dolch. In einer kleinen Mulde auf seinem Kopf pflanzte man Donnerkraut. Es sollte ihn nach einem Aberglauben vor Blitzschlag schützen. Er stand ursprünglich auf dem Neustädtischen Markt. Der wurde als Exerzierplatz genutzt, und die Figur störte die Soldaten. Deshalb erlaubte König Friedrich Wilhelm I. 1716, sie vor das Neustädtische Rathaus zu setzen. Nachdem dieses im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war, kam der Roland 1946 hierher. 2006 und 2007 wurde das Altstädtische Rathaus erneut umgebaut. Seither ist es mit dem Ordonnanzhaus wieder, nach drei Jahrhunderten, der zentrale Sitz der Verwaltung.
Sie stehen vor dem Altstädtischen Rathaus, einem herausragenden Beispiel spätmittelalterlicher Backsteingotik. Ein erstes Rathaus stand hier ab etwa 1290, der heutige Bau entstand um 1468. Davor steht der Roland von 1474, 5,33 Meter hoch. Seit 2007 ist das Haus wieder Teil des Verwaltungssitzes.
Dieses Rathaus hat einen Turm, der nur halb im Haus steckt. Er ragt aus der Mitte der Südseite heraus. Gebaut wurde das Haus um 1468 aus rotem Backstein. Früher saß hier der Rat der Altstadt, und im Haus gab es sogar ein Gefängnis. Vor dem Rathaus steht ein Mann aus Stein mit einem Schwert in der Hand, der Roland. Er ist 5,33 Meter hoch. Auf seinem Kopf pflanzte man Donnerkraut, denn man glaubte, es schütze ihn vor Blitzen. Was würdest du dem Roland auf den Kopf pflanzen?
Koordinaten: 52.4141, 12.5539 · auf der Karte