Stadtohr

Stadtrundgang Bochum · Station 5 von 22

Neue Synagoge Bochum

2007 · synagoge, jüdisches leben, architektur

Neue Synagoge Bochum
Foto: Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen vor der Neuen Synagoge am Erich-Mendel-Platz. Sie ist das Versammlungs- und Gotteshaus der Jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen. Schauen Sie zuerst auf das Ganze. Niedrige, sachlich gestaltete Anbauten für Eingang, Foyer, Versammlungsraum und Café stehen auf einem scharfkantigen Plateau, das von Betonmauern gefasst wird. Die eigentliche Synagoge ist ein mächtiger Kubus, fast völlig geschlossen. Neben ihm erhebt sich auf einem weich modellierten Hügel die Halbkugel des Planetariums, und beide Formen antworten einander. Auf der Steinverkleidung des Kubus sehen Sie ein flaches Relief, ein Ornament aus Davidsternen. Die länglichen, gesägten Natursteine springen vor und zurück und zitieren so den Backsteinexpressionismus des Ruhrgebiets. In mittlerer Höhe sitzen kleine Dreiecke im Muster, sie dienen als Fenster, und von innen ergeben sie ein umlaufendes Fries aus Sternen. Der Saal ist quadratisch. Über ihm hängt ein goldgelber Baldachin, durch eine Lichtfuge von den Wänden abgesetzt und mit einer Lichtöffnung in der Mitte. An der Ostseite, in Richtung Jerusalem, sind fünf große quadratische Fenster, vor dem mittleren steht der Toraschrein. 2003 schenkte die Stadt Bochum der Gemeinde das 4300 Quadratmeter große Grundstück. Den Architekturwettbewerb gewannen 2005 der Kölner Peter Schmitz für das Gebäude und Ulrike Beuter von der Planergruppe Oberhausen für die Landschaftsarchitektur. Ende 2005 wurde der Grundstein gelegt, das Ensemble kostete sieben Millionen Euro. Beim Bau fand man die Grundmauern eines früheren Versammlungssaals, des Schützenhofs. Von 1865 bis 1943, fast achtzig Jahre lang, war er der größte Versammlungssaal am Ort. Es fanden vielfältige politische Veranstaltungen statt. 1889 war darunter ein antisemitischer Kongress, auf dem die Deutsch-Soziale Partei gegründet wurde. Am 9. November 1938 hielt die NSDAP hier mit der SA-Standarte 17 eine Totenfeierstunde ab, bevor die Parteiangehörigen aufbrachen, um die alte Synagoge niederzubrennen. Am 16. Dezember 2007 wurde die neue Synagoge feierlich eröffnet. 2024 hatte die Gemeinde 961 Mitglieder, 2014 waren es 1065. Sie ist die zweitgrößte Gemeinde in Westfalen. Im April 2021 wurde die Synagoge von einem Unbekannten mit Stahlkugeln beschossen, ein Fenster wurde beschädigt.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Neuen Synagoge am Erich-Mendel-Platz. Sie ist das Gotteshaus der Jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen. Die Stadt hatte der Gemeinde 2003 das Grundstück geschenkt. Gebaut wurde die Synagoge von 2005 bis 2007, am 16. Dezember 2007 wurde sie feierlich eröffnet.

Für Kinder

Du stehst vor einer Synagoge, dem Gotteshaus der jüdischen Gemeinde. Sie wurde am 16. Dezember 2007 eröffnet. Das Gebäude ist wie ein großer, fast geschlossener Würfel. Auf der Steinwand ist ein Muster aus Davidsternen. In der Mitte der Wand sitzen kleine Dreiecke, das sind die Fenster. Von innen sieht man durch sie ein Band aus Sternen. Kannst du die Sterne an der Wand entdecken? Früher gab es in Bochum schon einmal eine Synagoge. Sie wurde 1938 zerstört.

Quellen

Koordinaten: 51.4854, 7.22671 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.