
Vor Ihnen steht ein Gebäude aus dunkelrotem Backstein, über dem ein hoher, grüner Förderturm aus Stahlstreben aufragt. In der Mitte liegt ein hohes Glasportal mit schmalen Pfeilern unter einem Schriftband. Die Seitenflügel sind niedriger und haben Fensterreihen. Links im Vorfeld liegen ein großer Stahlzylinder und eine Schiene. Der Vorplatz ist gepflastert.
Willkommen in Bochum. Wir beginnen beim Bergbau, denn vor allem durch ihn wuchs Bochum ab den 1840er-Jahren zu einer bedeutenderen Stadt heran. Bis ins 19. Jahrhundert war es nur eine Ackerbürgerstadt. 1844 nahm dann, hinter der Stadtgrenze im damals noch selbständigen Hamme, der erste Schacht der Zeche Präsident die regelmäßige Förderung auf. Es war die erste Tiefbauzeche im westfälischen Teil des Ruhrgebiets. Davon erzählt das Haus, vor dem Sie stehen: das Deutsche Bergbau-Museum, das größte Bergbaumuseum der Welt. Seine Anfänge liegen in den 1860er-Jahren. Damals richtete die Westfälische Berggewerkschaftskasse eine ständige Ausstellung bergbaulicher Utensilien ein, vor allem für den Unterricht in der benachbarten Bergschule. Am 1. April 1930 schlossen die Stadt und diese Kasse den Gründungsvertrag. Die erste Halle war die alte Großviehschlachthalle des stillgelegten Schlachthofs. 1935 folgte auf dem Gelände ein Neubau nach Entwürfen von Fritz Schupp und Heinrich Holzapfel, 1936 wurde unterhalb von Halle VI ein künstliches Bergwerk eingerichtet. 1943 zerstörten alliierte Luftangriffe die noch nicht vollendeten Bauten weitgehend. Weil es an Schutzräumen für die Bevölkerung fehlte, baute man das Anschauungsbergwerk für den Luftschutz um. 1946 öffnete das Museum wieder, mit einer kleinen Ausstellung. Heute führen vier Rundgänge durch die Dauerausstellung: Steinkohle, Bergbau, Bodenschätze und Kunst. Zu den Stücken gehört der Stammrest eines Schuppenbaumes aus der Karbonzeit, etwa sieben Tonnen schwer, aus den Steinkohlenschichten des Piesbergs bei Osnabrück. Dazu eine Brikettpresse von 1901, achtzehn Tonnen schwer, 1985 außer Dienst gestellt. In etwa zwanzig Metern Tiefe liegt das Anschauungsbergwerk. Seine Strecken haben nie dem Abbau gedient, sie sind nur angelegt, um Vortrieb und Kohleförderung zu zeigen. Seit 1995 sehen Sie dort die Nachbildung des letzten deutschen Grubenpferdes. Es hieß Tobias. Schauen Sie nun zum Erweiterungsbau, dem Schwarzen Diamanten, eröffnet am 6. Dezember 2009. Seine Fassade ist tiefschwarz und glitzert bei Sonne. Das Gebäude stellt einen Schnitt durch ein Stollensystem dar. Und bei gutem Wetter lohnt der Förderturm: Er bietet einen weiten Blick über Bochum und das Ruhrgebiet.
Sie stehen am Deutschen Bergbau-Museum Bochum. Den Gründungsvertrag schlossen am 1. April 1930 die Stadt Bochum und die Westfälische Berggewerkschaftskasse. Das Haus gilt als größtes Bergbaumuseum der Welt. Unter dem Gelände liegt ein Anschauungsbergwerk mit etwa 2,5 Kilometern Strecke.
Du stehst vor einem Museum über den Bergbau. Es ist das größte Bergbaumuseum der Welt. Unter dem Boden liegt ein Bergwerk zum Anschauen. Seine Gänge sind zusammen etwa zweieinhalb Kilometer lang. Abgebaut wurde dort nie etwas, es wurde nur gebaut, damit man sieht, wie Kohle gefördert wird. Dort steht auch ein Pferd. Es ist ein Nachbau von Tobias, dem letzten deutschen Grubenpferd. Was glaubst du: Wie fühlt es sich an, zwanzig Meter unter der Erde zu stehen?
Koordinaten: 51.4892, 7.21722 · auf der Karte