Stadtohr

Stadtrundgang Bochum · Station 21 von 22

Bochum Hauptbahnhof

1957 · industrie

Bochum Hauptbahnhof
Foto: Alter Fritz, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen am Hauptbahnhof Bochum. Wer die Bauten der Arbeit verstehen will, muss die Gleise verstehen. Die erste Eisenbahnstrecke durch das Bochumer Stadtgebiet eröffnete die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft zu Beginn der 1860er Jahre. Ihr Bahnhof lag einige hundert Meter weiter westlich, an der Königsallee, am südwestlichen Rand des Stadtkerns. Die Lage war günstig zu den Schwerindustriebetrieben, etwa den Stahlwerken des Bochumer Vereins, und zu Zechen wie Engelsburg und Friederika. Für Reisende war der Zugang durch die Randlage nicht ideal, und im Gleisdreieck wurde der Platz knapp. Nach der Verstaatlichung der Eisenbahngesellschaften hieß er Bochum Süd, im Unterschied zum Rheinischen Bahnhof, der Bochum Nord bekam, dazu mehr am Ende des Rundgangs. In den 1910er Jahren wurde aus Bochum Süd der Hauptbahnhof. Im Zweiten Weltkrieg war er ein wichtiges Ziel der Bomber: Nahezu alle großen Anschlussgleise gingen zu Firmen, die an der Rüstungswirtschaft beteiligt waren. Am 4. November 1944 wurde das Empfangsgebäude beim britischen Bombenangriff nahezu vollständig zerstört. Für den Katholikentag 1949 entstand ein Provisorium, der Katholikentagsbahnhof. Es steht noch, heute unter Denkmalschutz: Bis etwa 1994 diente es der Bundesbahn als Schulungsstätte, seit 2010 ist es ein Club mit dem Namen Rotunde. Schon in den 1930er Jahren hatte man einen großen Umbau erwogen, denn der Bahnhof war zwischen bestehenden Gleisen und Firmen eingekreist. Der Wiederaufbau bot die Gelegenheit: Man verlegte den Hauptbahnhof um etwa 650 Meter nach Osten. Nach einem Ratsbeschluss vom Juni 1953 begann im Februar 1954 das Projekt. Alle Gleise und Signale mussten verlegt werden, an ein neues Relaisstellwerk, und der Fahrbetrieb lief die ganze Zeit weiter. 250.000 Kubikmeter Boden wurden bewegt, um den Bahndamm auf 2,1 Kilometern Länge um mehr als vier Meter höher zu legen. Das Empfangsgebäude entstand ab 1955 und wurde 1957 übergeben. Im Stil der Nachkriegsmoderne gilt es als einer der bedeutendsten deutschen Bahnhofsneubauten der 1950er Jahre. Das gesamte Straßennetz wurde auf den neuen Bahnhof ausgerichtet. Die Huestraße, an der wir die Westfalenbank gesehen haben, verbindet ihn mit dem Zentrum. Und unter dem Bahnhof liegt die Stadtbahn: Auf der untersten von drei Ebenen, tief unter dem eigentlichen Hauptbahnhof, halten die Bahnen Richtung Rathaus und Ruhr-Universität.

Kurzfassung

Sie stehen am Bochumer Hauptbahnhof. Der alte Bahnhof lag einige hundert Meter weiter westlich, nahe den Stahlwerken des Bochumer Vereins und mehreren Zechen. Nach dem Krieg verlegte man ihn um etwa 650 Meter nach Osten. Der Neubau wurde 1957 übergeben.

Für Kinder

Der erste Bahnhof von Bochum lag ein Stück weiter westlich, mitten zwischen Stahlwerken und Zechen. Dort war es so eng, dass man ihn nicht mehr vergrößern konnte. Im Krieg wurde er zerstört. Danach baute man den Bahnhof 650 Meter weiter östlich neu. Dafür hat man 250.000 Kubikmeter Boden bewegt und den Bahndamm höher gelegt. 1957 war er fertig. Heute fahren unter dem Bahnhof sogar Bahnen. Der Bahnhof hat acht Gleise. Kannst du sie alle finden?

Quellen

Koordinaten: 51.4785, 7.222777777 · auf der Karte

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