Stadtohr

Stadtrundgang Berlin · Station 11 von 16

St.-Hedwigs-Kathedrale

1747 · kathedrale, rokoko, pantheon, katholisch

Ausführlich

Sie stehen vor der Sankt-Hedwigs-Kathedrale am Bebelplatz, auf dem Forum Fridericianum. Sie ist die Bischofskirche des Erzbistums Berlin und die ranghöchste katholische Kirche der Stadt. Beginnen wir mit einer Idee, die nicht gebaut wurde. Friedrich der Große wollte zur Förderung der Toleranz ein großes Pantheon nach römischem Vorbild errichten, in dessen Kapellennischen die Religionsgemeinschaften ihre Gottesdienste halten sollten. Sein Berater Charles Étienne Jordan, Diakon an der Französischen Kirche, brachte ihn davon ab. Die Idee des Rundbaus blieb, und sie wurde für einen katholischen Kirchenbau verwirklicht, den ersten in Berlin seit dem Ende der Reformation. Er entstand besonders für die neuen katholischen Einwohner aus Schlesien und trägt deshalb den Namen der Schutzpatronin Schlesiens, Hedwig von Andechs. Die Pläne lieferte Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff. Gebaut wurde von 1747 bis 1773, und es ging nicht glatt. 1753 genehmigte der König eine Lotterie, um Geld für die Fortführung zu beschaffen. Dann kam der Siebenjährige Krieg, und die Arbeiten ruhten. 1765 litt der unvollendete Bau mit teils offener Kuppel unter dem Wetter. Die Berliner Dominikaner schickten einen Hilferuf an ihren Vorgesetzten: Es fehlten noch immer 64.000 Taler. Die Berliner Juden boten an, das unfertige Gebäude zu kaufen und daraus eine Synagoge zu machen. Erst im Frühjahr 1773 ging es weiter, dank Hilfe aus Rom und vom König. Aus Geldmangel bekam die hölzerne Kuppel nur eine Ziegeldeckung statt der geplanten Bleideckung, und die Laterne fehlte. Am 1. November 1773 weihte Ignatius Krasicki, Fürstbischof von Ermland und Freund des Königs, die Kirche. Max Hasak vollendete den Bau 1886 und 1887: Kupferdach, Laterne und Kreuz. 1927 verlieh der Papst der Kirche den Titel Basilica minor. 1930 bis 1932 gestaltete Clemens Holzmeister den Innenraum mit expressionistischen Mitteln um. In der Nacht zum 2. März 1943 brannte die Kathedrale bis auf die Umfassungsmauern aus, auch die Kuppel wurde zerstört. Von 1952 bis 1963 wurde sie wiederhergestellt, im Stil der Nachkriegsmoderne. Hans Schwippert gestaltete den Innenraum, es entstanden eine Unterkirche mit zehn Kapellen und eine neue Kuppel aus einer kupferverkleideten Betonschale aus 84 Segmenten. Ihr Innendurchmesser beträgt 33 Meter. Statt der geplanten Laterne sitzt ein drei Meter hohes vergoldetes Kreuz oben auf der Kuppel. Zwischen 2018 und 2024 wurde die Kathedrale noch einmal umgestaltet. Seitdem steht der runde Altar im Mittelpunkt des etwa kreisförmigen Raumes, und die Gemeinde versammelt sich um ihn.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Sankt-Hedwigs-Kathedrale am Bebelplatz. Friedrich der Große ließ den Rundbau ab 1747 nach Entwürfen von Knobelsdorff errichten. Es war die erste katholische Kirche in Berlin seit der Reformation. Heute ist sie die Bischofskirche des Erzbistums Berlin.

Für Kinder

Du stehst vor der Sankt-Hedwigs-Kathedrale. Sie ist rund und hat eine große Kuppel, wie das Pantheon in Rom. Friedrich der Große ließ sie bauen, für die katholischen Einwohner Berlins, die aus Schlesien kamen. Es war die erste katholische Kirche in Berlin seit der Reformation. Beim Bau ging zwischendurch das Geld aus, und die Arbeiten ruhten. 1773 wurde die Kirche endlich geweiht. Heute steht der runde Altar mitten im Raum, und die Menschen sitzen rundherum. Wie ist es wohl, wenn alle um den Altar sitzen?

Quellen

Koordinaten: 52.515833333, 13.394722222 · auf der Karte

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