Stadtohr

Stadtrundgang Berlin · Station 10 von 16

Staatsoper Unter den Linden

· oper, rokoko, knobelsdorff, forum fridericianum

Ausführlich

Sie stehen vor dem Opernhaus der Staatsoper Unter den Linden. Friedrich II., Friedrich der Große, beauftragte gleich zu Beginn seiner Regierung, im Mai 1740, seinen Hofarchitekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff mit der Planung. Im September 1741 war die Grundsteinlegung. Als Bauplatz wählte der König ein Festungsgelände in der Nähe des Kronprinzenpalais. Zuvor waren Theater immer innerhalb fürstlicher Residenzen gebaut worden. Hier entstand das erste eigenständige und damals größte Theatergebäude Europas, als kultureller Ausdruck der Ideen der Aufklärung. Nach dem Kronprinzenpalais, dem Prinzessinnenpalais und dem Zeughaus war es der vierte Prachtbau Unter den Linden. Schauen Sie auf den Portikus: Dort steht die lateinische Widmungsinschrift, übersetzt: König Friedrich Apoll und den Musen. Das Haus hat drei Teile: den Apollosaal als Bankettsaal und Foyer, den Theatersaal und den Korinthischen Saal mit Bühne und Konzertsaal. Noch vor der endgültigen Fertigstellung wurde die Oper am 7. Dezember 1742 eröffnet. 1786 beauftragte Friedrich Wilhelm II. Carl Gotthard Langhans, den späteren Architekten des Brandenburger Tores, mit einem Umbau des Bühnenraums. In der Nacht vom 18. zum 19. August 1843 brannte das Opernhaus bis auf die Grundmauern ab. König Friedrich Wilhelm IV. beschloss den sofortigen Wiederaufbau nach den alten Plänen. Nach etwas mehr als einem Jahr wurde die Oper mit Giacomo Meyerbeers Ein Feldlager in Schlesien neu eröffnet. Neu war der Zuschauerraum mit vier Rängen und annähernd 1800 Plätzen. 1925 wurde hier Alban Bergs Wozzeck unter Erich Kleiber in Anwesenheit des Komponisten uraufgeführt. Während der Zeit des Nationalsozialismus unterstand das Opernhaus als Preußisches Staatstheater dem Ministerpräsidenten Hermann Göring. Jüdische Sänger, Musiker, Dirigenten und andere Mitarbeiter wurden aus dem Haus gedrängt. Der Dirigent Wilhelm Furtwängler setzte sich nachweislich für jüdische Musiker ein und versteckte einige von ihnen in seiner Wohnung. Am 10. April 1941 erlitt das Gebäude durch einen Luftangriff schwere Schäden. Der Wiederaufbau begann sofort, auf Befehl Hitlers. Der zweite Luftangriff am 3. Februar 1945 zerstörte das Bühnenhaus und Teile des Zuschauersaals. Portikus und Apollosaal blieben weitgehend unversehrt. Nach dem Krieg diskutierte der Ost-Berliner Magistrat über eine Umnutzung zur Musikhochschule oder einen Abriss. Von 1951 bis 1955 wurde das Haus nach Plänen von Richard Paulick als Teil des Forum Fridericianum wiederaufgebaut. Die Namen: Königliche Oper von 1742 bis 1918, Preußische Staatsoper von 1918 bis 1945, Deutsche Staatsoper von 1955 bis 1990. Seit 1990 heißt es Staatsoper Unter den Linden.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Opernhaus der Staatsoper Unter den Linden. Friedrich der Große ließ es von 1741 bis 1743 nach Plänen von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff im Stil des Rokoko bauen. Es war das erste eigenständige und damals größte Theatergebäude Europas.

Für Kinder

Du stehst vor der Staatsoper. Hier werden Opern gesungen und gespielt. Eröffnet wurde sie 1742, Friedrich der Große ließ sie bauen. Es war das erste Theater in Europa, das nicht in einem Schloss stand, sondern ganz frei an einer Straße. Damals war es auch das größte. Oben am Eingang steht ein lateinischer Satz: König Friedrich Apoll und den Musen. 1843 brannte die Oper bis auf die Grundmauern ab, doch der König ließ sie sofort wieder aufbauen. Heute heißt sie Staatsoper Unter den Linden, manche sagen auch Lindenoper.

Quellen

Koordinaten: 52.516666666, 13.394722222 · auf der Karte

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