Sie stehen vor der Neuen Wache, Unter den Linden 4. Das Gebäude ist ein Baudenkmal und Teil des Forum Fridericianum. Schauen Sie auf die Fassade: ein dorischer Säulenportikus, dahinter ein verhältnismäßig kleiner Baukörper mit wuchtigen Eckrisaliten. Das Gebäude errichtete Karl Friedrich Schinkel von 1816 bis 1818 im Auftrag Friedrich Wilhelms III. Es zählt zu den Hauptwerken des deutschen Klassizismus. Gedacht war es als Haupt- und Königswache für das schräg gegenüberliegende Königliche Palais und zugleich als Gedenkstätte für die Gefallenen der Befreiungskriege gegen Napoleon. Frühere Entwürfe von Heinrich Gentz und Salomo Sachs flossen in Schinkels Pläne ein. Sie waren nach der preußischen Niederlage bei Jena und Auerstedt 1806 nicht ausgeführt worden, erst nach 1815 nahm man die Pläne wieder auf. Im Innern lagen ursprünglich ein Vorzimmer, eine Wachstube, eine Offizierstube und ein Arrestzimmer um einen Innenhof. Vor dem Ersten Weltkrieg wurde die Neue Wache auch zur Zentralstelle des Militärtelegrafen und ab 1900 zur Militärpostanstalt ausgebaut. 1931 gestaltete Heinrich Tessenow auf Anregung des preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun das Haus zur Gedächtnisstätte für die Gefallenen des Weltkriegs um. Im Zweiten Weltkrieg brannte es aus. Nach dem Krieg gab es verschiedene Vorschläge für den Wiederaufbau, etwa als Universitätsbuchhandlung, als Goethe-Gedenkstätte oder als Mahnmal. Einen 1949 geforderten Abriss verhinderte der Architekt Selman Selmanagić mit einem Veto beim zuständigen sowjetischen Kulturoffizier. 1950 stürzte ein Teil der Front ein. Von 1951 bis 1957 wurde die Fassade rekonstruiert, von 1957 bis 1960 das Gebäude als Mahnmal für die Opfer des Faschismus und Militarismus wiederhergestellt. 1969 kam ein Glaskörper mit einer Ewigen Flamme hinzu. Nach 1990 wurden alle Elemente aus der DDR-Zeit entfernt und die Gestaltung von 1931 weitgehend wiederhergestellt. Bundeskanzler Helmut Kohl ließ eine stark vergrößerte Kopie der Plastik Mutter mit totem Sohn von Käthe Kollwitz aufstellen. Das löste eine heftige öffentliche Kontroverse aus. Eingeweiht wurde die Neue Wache am Volkstrauertag, dem 14. November 1993, als Zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Sie erinnert damit an die Opfer des Ersten und Zweiten Weltkriegs sowie der NS- und der SED-Diktatur. Am Volkstrauertag und zu anderen offiziellen Anlässen stellt das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung eine Ehrenwache.
Sie stehen vor der Neuen Wache, Unter den Linden 4. Karl Friedrich Schinkel baute sie von 1816 bis 1818 als Wachgebäude für das Königliche Palais. Seit 1993 ist sie die Zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.
Du stehst vor der Neuen Wache. Gebaut wurde sie von 1816 bis 1818, zuerst als Wachgebäude für das Königliche Palais. Heute erinnert sie an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Darüber sprichst du am besten mit Erwachsenen. Schau dir die Säulen an der Vorderseite an. So baute der Architekt Karl Friedrich Schinkel den Eingang. Bei offiziellen Anlässen stehen hier Soldaten als Ehrenwache.
Koordinaten: 52.5175, 13.395556 · auf der Karte