Sie stehen vor dem Neuen Museum. Vom Ägyptischen Museum war eben die Rede, jetzt geht es um das Haus selbst. Zur Datierung gibt es zwei Angaben: Gebaut wurde es zwischen 1843 und 1855, als Eröffnung wird auch 1859 genannt. Den Auftrag gab König Friedrich Wilhelm IV., gebaut wurde im Stil des Klassizismus und der Neorenaissance. Das Haus gilt als Hauptwerk von Friedrich August Stüler. Stüler wünschte sich, das Ganze solle einen Mittelpunkt für die höchsten geistigen Interessen des Volkes bilden. Dann kam der Zweite Weltkrieg. Das Neue Museum war das am schwersten beschädigte Haus der Insel. In der DDR-Zeit verfiel die Ruine weiter. Man nannte sie Schandfleck und wollte sie zeitweise sogar abreißen. Das geschah nicht, weil es kein geeignetes Ausweichquartier für die Zwischennutzung gab. Erst 1987 entschied man sich für aufwendige Sicherungsmaßnahmen. Ein internationaler Wettbewerb 1993 brachte keine befriedigenden Ergebnisse. 1997 beauftragte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz den Architekten David Chipperfield. Von 1999 bis 2009 wurde das Museum für etwa 295 Millionen Euro wieder aufgebaut. Das Konzept hieß ergänzende Wiederherstellung. Der völlig zerstörte Nordwestflügel und der Südostrisalit wurden in den alten Volumen neu errichtet. Das Ziegelmauerwerk der neuen Fassaden folgt Material und Gliederung des erhaltenen Nordrisalits und des Südwestflügels. Die Ergänzungen werden offen gezeigt. Auf den Wiederaufbau verlorener Innenausstattungen, vor allem des großen Treppenhauses, verzichtete Chipperfield. Er wollte, nach seinen Worten, weder eine enthistorisierende Rekonstruktion noch eine Monumentalisierung der Zerstörung. Das Konzept war umstritten. 2006 reichte die Gesellschaft Historisches Berlin eine Petition mit über 14.000 Unterschriften beim Bundestag ein, vor allem gegen den damals geplanten gläsernen Eingangsbau. 2007 sammelte eine Initiative Unterschriften für ein Volksbegehren zur Rettung der Museumsinsel. Die Gesellschaft forderte die originalgetreue Wiederherstellung. Wiedereröffnet wurde das Haus am 16. Oktober 2009. Der zum Teil erhaltene Innenraum zählt zu den letzten Zeugnissen des klassizistischen Museumsbaus dieser Zeit in Deutschland. Unten, in einem Gewölbe, liegen Sammlungen aus pharaonischer und griechischer Zeit. Auf Ebene 1 sind Funde aus Schliemanns Troja, aus Zypern und Ägypten zu sehen. Auf Ebene 2 stehen der Xantener Knabe, eine durch die Jahrhunderte weitgehend erhaltene Bronzefigur, und im Nordkuppelsaal die Büste der Nofretete. 2019 kamen 828.000 Besucher; damit war es das meistbesuchte der Staatlichen Museen.
Sie stehen vor dem Neuen Museum auf der Museumsinsel. Friedrich August Stüler baute es zwischen 1843 und 1855 für König Friedrich Wilhelm IV. Im Zweiten Weltkrieg wurde es schwer beschädigt. David Chipperfield stellte es von 1999 bis 2009 wieder her.
Du stehst vor dem Neuen Museum. Es wurde von 1843 bis 1855 gebaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde es so stark getroffen, dass es danach lange eine Ruine war. Manche wollten es sogar abreißen. Dann baute ein englischer Architekt, David Chipperfield, es wieder auf. Das Besondere: Man sieht, was alt ist und was neu dazugekommen ist. Drinnen findest du die Büste der Nofretete und den Xantener Knaben, eine Bronzefigur, die sich über viele Jahrhunderte gut erhalten hat. Findest du den Unterschied zwischen alter und neuer Mauer?
Koordinaten: 52.5202, 13.3976 · auf der Karte