Sie stehen vor dem Hotel Adlon am Pariser Platz, Unter den Linden 77. Das heutige Hotel Adlon Kempinski wurde 1997 eröffnet. Es folgt der Tradition des ersten Hotels von 1907, das 1945 ausbrannte und bis auf einen Seitenflügel abgerissen wurde, der bis 1984 stand. Um 1900 wurde es in der europäischen Oberschicht modern, Feste in Hotels zu feiern, wie es sie in Paris, London, Sankt Petersburg und Wien schon gab. Das Berlin der Kaiserzeit wollte mithalten. Kaiser Wilhelm II. unterstützte das Projekt und half bei der Baugrundbeschaffung. 1905 kaufte der Hotelier Lorenz Adlon zwei Grundstücke am Boulevard Unter den Linden. Zuvor stand dort das von Karl Friedrich Schinkel gebaute Palais Redern mit einem Garten von Peter Joseph Lenné. Es stand unter Denkmalschutz, sein vom Monarchen persönlich genehmigter Abriss 1906 löste erhebliche öffentliche Proteste aus. Für knapp zwei Jahre war die Adresse eine Baustelle. Als die Fassade sichtbar wurde, waren einige Berliner verwundert. Sie hatten einen repräsentativen Bau der Feudalarchitektur erwartet. Stattdessen zeigte das Gebäude klare, klassizistische Linien mit vereinzelten Jugendstilzierraten. Es nahm die Linien des Brandenburger Tores auf und bildete mit dem Palais Arnim die Südostecke des Pariser Platzes. Hinter den klassischen Mauern verbarg sich eine einzigartige technische Ausstattung: Elektrizität und fließend warmes Wasser gehörten zum Standard der Gästezimmer. Unten gab es unter anderem ein Café, ein Restaurant, einen Rauchsalon, eine Bibliothek, einen Wintergarten und einen Ballsaal. Am 27. Oktober 1907 nahm Kaiser Wilhelm II. die offizielle Einweihung vor. Das Haus wurde rasch zu einer Institution. Selbst Wilhelm II. floh vor den zugigen Räumen seines Schlosses in die gut beheizten Zimmer des Adlon. Zu den Gästen zählten Europas Könige, der Zar von Russland und Industrielle und Politiker wie Henry Ford und Gustav Stresemann. In den Goldenen Zwanzigern verlor Charlie Chaplin auf dem Weg in das Hotel seine Hosenknöpfe an die Berliner, und Marlene Dietrich wurde hier entdeckt. Zwischen 1925 und 1930 hatte das Hotel fast zwei Millionen Besucher. Nach 1933 ging der Aufschwung zu Ende. Im April 1933 wurde kurzzeitig das Außenpolitische Amt der NSDAP in einem Seitenflügel eingerichtet. 1943 und 1944 baute man unter dem Pariser Platz den Adlon-Bunker, auf zwei Etagen mit zusammen 420 Quadratmetern. Das Hotel stand, zuletzt auch als Lazarett genutzt, bis zur Kapitulation Berlins am 2. Mai 1945 unbeschädigt am sonst zerstörten Pariser Platz. In den ersten Tagen danach brannte es aus ungeklärter Ursache aus. Die Mauern wurden erst 1952 beseitigt. Das heutige Hotel war 2018 mit einem Umsatz von 58 Millionen Euro das viertumsatzstärkste Hotel Deutschlands.
Sie stehen vor dem Hotel Adlon am Pariser Platz, Unter den Linden 77. Das heutige Haus wurde 1997 eröffnet. Es folgt der Tradition des ersten Hotels Adlon von 1907, das 1945 ausbrannte und bis auf einen Seitenflügel abgerissen wurde.
Du stehst vor dem Hotel Adlon. Das erste Adlon wurde 1907 eröffnet, der Kaiser weihte es persönlich ein. Dafür wurde ein Haus von Schinkel abgerissen, was viele Berliner ärgerte. Schon damals gab es im Hotel Strom und fließend warmes Wasser in den Zimmern. Charlie Chaplin verlor auf dem Weg ins Hotel seine Hosenknöpfe an die Berliner. Kannst du dir vorstellen, wie das passiert ist? Nach dem Krieg brannte das Hotel aus. Das heutige Hotel wurde 1997 eröffnet.
Koordinaten: 52.5160431, 13.3799442 · auf der Karte