Stadtohr

Stadtrundgang Berlin · Station 16 von 16

Pariser Platz

1732 · platz, brandenburger tor, wiederaufbau, botschaften

Ausführlich

Hier schließt sich der Kreis: Sie stehen wieder am Brandenburger Tor, auf dem Pariser Platz. Der Platz liegt am Ende der Prachtstraße Unter den Linden und ist quadratisch. Er wurde zwischen 1732 und 1734 bei der zweiten barocken Stadterweiterung unter Friedrich Wilhelm I. von Philipp Gerlach angelegt. Anfangs war er nur mit Stadtpalais des Adels bebaut. Er hieß zuerst Viereck oder Quarree, nach seiner Form. Zusammen mit dem Achteck, dem späteren Leipziger Platz, und dem kreisförmigen Rondell, dem heutigen Mehringplatz, gab er die neuen südwestlichen Stadtgrenzen vor. 1814 erhielt er seinen Namen, anlässlich der Eroberung von Paris durch preußische Truppen in den Befreiungskriegen. Ab etwa 1850 wurde die Bebauung in klassizistischem Stil vereinheitlicht. 1880 gestaltete der Gartenbaudirektor Hermann Mächtig den Platz neu, mit zwei Schmuckbeeten und Brunnenbecken. 1926 malte Oskar Kokoschka den Platz. Im Zweiten Weltkrieg erlitt er starke Zerstörungen, vor allem 1945 in der Schlacht um Berlin. Die verbliebenen Gebäude ließ die DDR bis zum Bau der Berliner Mauer ganz abreißen, nur der hintere Teil des Palais Arnim blieb erhalten. Von 1961 bis 1989 lag der Platz im Grenzgebiet. Nach dem Fall der Mauer wurde ab 1993 kontrovers über den Wiederaufbau diskutiert. Am Ende wurde der Platz nach Gestaltungsvorgaben von Bruno Flierl und Hans Stimmann wieder bebaut. Kernpunkte waren die Berliner Traufhöhe von 22 Metern, ausschließlich stehende Fenster und höchstens 50 Prozent Glas an der Fassade. Historische Elemente und moderne Bauweise sollten eine Einheit ergeben, um an die goldenen Zeiten des Platzes anzuknüpfen. Gartenarchäologische Grabungen ab 1990 führten zur Neugestaltung des Platzes nach historischem Vorbild, einschließlich der Fontänen und der Granitpflasterung. Seit 2002 ist er ein Fußgängerbereich mit eingeschränktem Fahrverbot. Seit dem Abschluss der Neugestaltung 2008 gilt er wieder als gute Stube Berlins. Schauen Sie sich um. Am Platz stehen die Botschaft der Vereinigten Staaten und die Botschaft Frankreichs, die Akademie der Künste, die 2005 einen Neubau erhielt, das Hotel Adlon und das Haus Liebermann, seit 2000 Sitz der Stiftung Brandenburger Tor. Nördlich liegt das Reichstagsgebäude, südlich das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, nordwestlich das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas, westlich das Sowjetische Ehrenmal im Tiergarten. Zu den Anwohnern früherer Zeiten zählten Gebhard Leberecht von Blücher, Giacomo Meyerbeer und der Maler Max Liebermann. Damit endet unser Rundgang durch die Mitte Berlins, am Ort, wo er begann.

Kurzfassung

Sie stehen am Pariser Platz, am Ende der Straße Unter den Linden. Er wurde von 1732 bis 1734 angelegt und heißt seit 1814 so, nach der Eroberung von Paris durch preußische Truppen. Am westlichen Rand steht das Brandenburger Tor. Seit 2008 gilt er wieder als gute Stube Berlins.

Für Kinder

Du stehst auf dem Pariser Platz, direkt am Brandenburger Tor. Der Platz ist quadratisch und wurde von 1732 bis 1734 angelegt. Seinen Namen bekam er 1814, nach der Eroberung von Paris. Später lag er mitten im Grenzgebiet der geteilten Stadt. Heute stehen hier Botschaften, ein Hotel und die Akademie der Künste. Der Platz gilt als die gute Stube Berlins. Wohin würdest du als Nächstes gehen?

Quellen

Koordinaten: 52.516388888, 13.378888888 · auf der Karte

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