Stadtohr

Stadtrundgang Berlin · Station 3 von 16

Bode-Museum

1904 · museum, museumsinsel, neobarock, skulpturen

Ausführlich

Sie stehen vor dem Bode-Museum, an der nordwestlichen Spitze der Museumsinsel. Schauen Sie auf die Kuppel über dem halbrunden Eingang: 39,50 Meter hoch, aus Holz und Stahl, nach ihrem Erfinder Schwedler-Kuppel genannt. Brücken führen über beide Spreearme zum Eingang. Das Grundstück ist ein unregelmäßiges Dreieck, doch der Architekt Ernst Ihne hat es so gebaut, dass das Haus völlig symmetrisch wirkt. Zuvor standen hier von 1824 bis 1897 das Berliner Mehlhaus und seit 1876 die Kunstbaracke. Die Idee, an dieser Stelle ein Kunstmuseum zu bauen, gab es schon in den 1840er Jahren. Der Kunsthistoriker Wilhelm von Bode lieferte die Vorschläge, die später umgesetzt wurden. Kaiser Wilhelm II. gab den Bau in Auftrag. Zur Bauzeit gibt es zwei Angaben: Als Beginn werden 1897 und 1898 genannt, fertig war das Haus 1904. Am 18. Oktober 1904, dem Geburtstag des 1888 gestorbenen Friedrich III., wurde es eröffnet und nach dem 99-Tage-Kaiser Kaiser-Friedrich-Museum genannt. Nach 1945 ließ die neue Stadtverwaltung alle Bezüge zu früheren Herrschern tilgen, das Haus hieß nun inoffiziell Museum am Kupfergraben. Am 1. März 1956 gab ihm der DDR-Kulturminister Johannes R. Becher den Namen Bode-Museum. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Gebäude auf der Museumsinsel vergleichsweise die geringsten Schäden, doch erst 1951 bekam es ein Notdach. Auf dem Vorplatz stand das Reiterstandbild Friedrichs III. von Rudolf Maison; es wurde in der DDR-Zeit zerstört. Eine Besonderheit war schon 1904 das Tiepolo-Kabinett, ein kleiner Raum in Altrosa und Weiß mit 22 Fresken, die Giovanni Battista Tiepolo 1759 gemalt hatte. Bode kaufte sie und holte sie 1899 nach Berlin. Im Krieg wurde der Raum völlig zerstört, die Bilder waren zuvor ausgelagert worden und galten lange als verschollen. Bei der Generalinstandsetzung konnte man das Kabinett wiederherstellen, anhand eines einzigen Schwarz-Weiß-Fotos aus einem Museumskatalog von 1904. Diese Instandsetzung kostete 152 Millionen Euro. Im November 2005 war sie abgeschlossen, im Oktober 2006 öffnete das Museum wieder. Es hat 66 Ausstellungsräume. Am 27. März 2017 wurde im Bode-Museum eine Goldmünze gestohlen, die 100 Kilogramm wiegt.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Bode-Museum an der nordwestlichen Spitze der Museumsinsel. Es entstand bis 1904 im Stil des Neobarock und hieß zuerst Kaiser-Friedrich-Museum. Hier sind die Skulpturensammlung, das Museum für Byzantinische Kunst und das Münzkabinett zu Hause.

Für Kinder

Du stehst vor dem Bode-Museum. Es steht ganz vorn an der Spitze der Museumsinsel, und über dem Eingang wölbt sich eine hohe Kuppel. Hier werden Skulpturen und Münzen gezeigt. Einmal wurde sogar eine Goldmünze gestohlen, die 100 Kilogramm wiegt. Das Museum hieß früher Kaiser-Friedrich-Museum. Ein Raum im Haus wurde im Krieg völlig zerstört. Beim Wiederaufbau hatte man nur ein einziges Schwarz-Weiß-Foto als Vorlage. Wie schwer ist es wohl, ein ganzes Zimmer nach einem Foto nachzubauen?

Quellen

Koordinaten: 52.521944444, 13.394722222 · auf der Karte

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