Sie stehen am Wittelsbacherbrunnen, gegenüber dem Opernhaus, und das hier ist die Geschichte eines Festes, das zu spät kam. Geplant war der Brunnen 1908 als Denkmal für die Wasserleitung aus dem Fichtelgebirge. Zugleich sollte er daran erinnern, dass die Stadt damals seit hundert Jahren mit den Wittelsbachern verbunden war. Denn Bayreuth gehört erst seit 1810 zu Bayern. Am 30. Juni 1910 wurde in Anwesenheit des Prinzen Leopold der Grundstein gelegt. Dann begannen die Schwierigkeiten. Der Bildhauer Friedrich Lommel, dessen Entwurf verwirklicht wurde, änderte wiederholt seine Pläne. Das Baumaterial war schlecht. Die Bayerischen Steinwerke Vetter aus Würzburg, die die Steine lieferten, gingen in Konkurs. Die Kosten stiegen unvorhergesehen, weil der Muschelkalk teuer war und der Lieferant pleiteging. Die Stadt lehnte aus formal berechtigten Gründen jede weitere Entschädigung ab. Lommel erhielt für seine Leistung knapp zweitausend Mark, und bei der Einweihung wurde er in der lokalen Presse kaum erwähnt. Schauen Sie auf die vierteilige Figurengruppe in der Mitte des Beckens und denken Sie an diesen Satz: knapp zweitausend Mark und kaum eine Zeile. Fertig war der Brunnen im Sommer 1914. Nun das Datum. Die Einweihung fand am 31. Juli 1914 um elf Uhr statt, einen Tag nach der Verkündung des Kriegszustands. König Ludwig III. kam wegen des bevorstehenden Krieges nicht; an seiner Stelle reiste Prinz Alfons. Die Feier, geplant für vier Tage, wurde auf zwei gekürzt. Und sie fand trotzdem statt. Der Prinz zog unter Glockengeläut und Böllerschüssen in die Stadt ein. Es gab einen Reigentanz der höheren Töchter und ein Königsschießen im Schießhaus Saas. Ein eigens komponiertes Thronlied wurde angestimmt. Die Gäste besuchten im Opernhaus gegenüber eine Aufführung des Fliegenden Holländers. Oberbürgermeister Leopold Casselmann erhielt das Ritterkreuz der Bayerischen Krone, mit dessen Verleihung der Eintrag in die Adelsmatrikel verbunden war. Vier Tage später war das alles eine andere Welt. Alle Naturwerksteinbauteile dieses Brunnens sind aus massiven Muschelkalksteinen gefertigt, das Becken hat eine Grundfläche von etwa hundert Quadratmetern. Nach rund hundert Jahren Standzeit wurde die Anlage im Jahr 2015 restauriert. Sie hat also länger gestanden als die Monarchie, die sie feiern sollte.
Sie stehen am Wittelsbacherbrunnen in der Opernstraße, direkt gegenüber dem Opernhaus. Das Becken hat eine Grundfläche von etwa hundert Quadratmetern, alle Steinteile sind aus massivem Muschelkalk. Eingeweiht wurde der Brunnen am 31. Juli 1914. Seit 2015 ist er restauriert.
Dieser Brunnen heißt Wittelsbacherbrunnen. Die Wittelsbacher waren die Königsfamilie von Bayern. Bayreuth gehört erst seit 1810 zu Bayern, und hundert Jahre später wollte die Stadt das feiern. Darum sollte hier ein großer Brunnen stehen. Das Becken ist etwa so groß wie ein halbes Klassenzimmer mal vier. Alles ist aus einem Stein gemacht, der Muschelkalk heißt. Der Bau dauerte viel länger als geplant, weil die Steinfirma kein Geld mehr hatte. Fertig wurde der Brunnen 1914. Gefeiert wurde am 31. Juli, mit Glocken und Böllerschüssen. Einen Tag vorher hatte der Krieg begonnen. Wie würdest du dich fühlen, wenn dein Fest an so einem Tag wäre?
Koordinaten: 49.94437, 11.57779 · auf der Karte