Stadtohr

Stadtrundgang Bayreuth · Station 13 von 16

Kunstmuseum Bayreuth

· kunstmuseum, moderne, plakate, sammlung

Ausführlich

Sie stehen vor dem Kunstmuseum Bayreuth. Der Eingang liegt hinten, in der Brautgasse; durch den Haupteingang des Vorderhauses kommt man heute in eine Gastwirtschaft. Das Haus ist das Alte Rathaus, und wir werden an der nächsten Station noch einmal davorstehen, dann mit Blick auf das Gebäude selbst. Jetzt geht es um das, was darin aufbewahrt wird. Das Kunstmuseum ist das Museum für Moderne Kunst der Stadt Bayreuth. Es zeigt Ausstellungen zu zeitgenössischer Kunst und zur Kunst der klassischen Moderne, dazu Führungen, museumspädagogische Veranstaltungen und Vorträge. Entstanden ist es, nachdem Oberbürgermeister Dieter Mronz die Dr. Helmut und Constanze Meyer Kunststiftung für Bayreuth gewinnen konnte; daraufhin fiel die Entscheidung für das Alte Rathaus, und im Dezember 1999 wurde das Haus seiner neuen Bestimmung übergeben. Zur Sammlung. Der Schwerpunkt liegt auf der Kunst des 20. Jahrhunderts. Rund zwanzigtausend Objekte werden betreut, und die mit Abstand größte Gruppe sind Arbeiten auf Papier: Druckgraphiken, Zeichnungen, Aquarelle. Die liegen im Depot und werden in wechselnden Ausstellungen gezeigt. Das heißt, der größte Teil dieses Museums ist zu jedem Zeitpunkt nicht zu sehen. Papier verträgt kein dauerhaftes Licht. Dann das Plakatmuseum im Kunstmuseum, und hier wird es ungewöhnlich: Es umfasst rund zweiundzwanzigtausend Plakate. Die Motive konzentrieren sich auf kulturelle Inhalte wie Literatur, Theater und Ausstellungen, es gibt aber auch Zeitgeschichte, Sport, Reisen und Gastronomie. 2012 übernahm das Haus zusätzlich das Kleine Plakatmuseum. Das Interessanteste an dieser Sammlung ist, wie sie zusammengekommen ist. Den Grundstock bildeten 1991 die Dr. Helmut und Constanze Meyer Kunststiftung und die Caspar-Walter-Rauh-Sammlung der Oberfrankenstiftung. 1992 kam eine Schenkung von Werken des Expressionisten Georg Tappert hinzu. Es folgten 2002 die Prof. Dr. Klaus Dettmann Kunststiftung, 2009 die Voith-von-Voithenberg-Stiftung und 2014 die Kunststiftung Viola Schweinfurter. Als Dauerleihgaben der Oberfrankenstiftung kamen 2010 die Froemel-Sammlung und 2019 der Nachlass von A. D. Trantenroth. Das Museum hat außerdem die städtische Sammlung der Freien Gruppe Bayreuth übernommen. Und es wächst seit 1999 kontinuierlich, vor allem dank eines intensiven Bürgerengagements. Hertha Drescher und Günter Ruckdäschel gaben ihre Sammlung an das Haus, danach weitere Sammler wie Felix und Sybille Böcker. Die umfangreichsten Künstlerschenkungen enthalten Werke von Max Ackermann, Ulrike Andresen, Herbert Bessel, Paul Eliasberg, Jeanne Gedon, Hasso von Henninges, Werner Knapp, Carl Fredrik Reuterswärd, Anton Russ, Eduard Sauerzopf, Kurt Teuscher und Hansjörg Voth. Seit 2005 beschenkt auch der Freundeskreis das Haus. Dieses Museum ist also kein fürstlicher Ankauf, sondern eine Summe von Geschenken. Ein letzter Teil der Sammlung verdient eine eigene Erwähnung. Künstler der Moderne haben sich immer wieder auf Werke von Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung berufen. Eine umfangreiche Sammlung von Outsider Art rundet die Bestände ab. Nach einer ersten Schenkung von Gouachen von Hildegard Wohlgemuth durch Heike Schulz im Jahr 2013 schenkte der Bezirk Oberfranken dem Museum Werke, die im Bayreuther Bezirkskrankenhaus entstanden waren. Das Veranstaltungsangebot richtet sich ausdrücklich an Menschen jeden Alters und aus allen Kulturen; unter der Überschrift BarriereFREI lädt das Haus Menschen mit und ohne Behinderung ein.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Kunstmuseum Bayreuth, dem Museum für Moderne Kunst der Stadt. Es sitzt in den historischen Räumen des Alten Rathauses an der Einmündung der Brautgasse in die Maximilianstraße. Übergeben wurde es im Dezember 1999. Schwerpunkt ist die Kunst des 20. Jahrhunderts.

Für Kinder

In diesem Haus ist ein Museum für moderne Kunst. Es wurde 1999 eröffnet. Rund zwanzigtausend Sachen gehören dazu. Die meisten davon sind auf Papier gemalt oder gedruckt. Darum liegen sie fast immer im Dunkeln in einem Lager, denn Licht würde das Papier ausbleichen. Gezeigt wird immer nur ein kleiner Teil. Besonders ist die Sammlung von Plakaten: etwa zweiundzwanzigtausend Stück. Das Spannende ist, wie das Museum zu seinen Werken kam. Fast alles wurde geschenkt, von Menschen aus der Stadt, die selbst gesammelt hatten. Das Haus ist auch für Menschen im Rollstuhl gut zu besuchen. Was würdest du einem Museum schenken?

Quellen

Koordinaten: 49.9438899, 11.5746336 · auf der Karte

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