Sie stehen vor dem Franz-Liszt-Museum, Wahnfriedstraße 9. Drehen Sie sich einmal um und schätzen Sie die Entfernung zu Wahnfried. Es sind wenige Schritte. In dem einen Haus wohnte Richard Wagner, in diesem sein Schwiegervater Franz Liszt, und beide Häuser hat derselbe Baumeister gebaut: Carl Wölfel, dieses hier im Jahr 1877. Liszt war Pianist, Dirigent und Komponist. Er wohnte in diesem Haus während seiner Aufenthalte in Bayreuth, und am 31. Juli 1886 starb er hier. Danach wurde er in Wahnfried aufgebahrt, im Haus seines Schwiegersohns, der drei Jahre zuvor gestorben war. Zum Bau. Es ist ein schlichtes, zweigeschossiges Gründerzeithaus aus roten Ziegeln mit Walmdach, also kein Palais und keine Villa. Eine zehnstufige Seitentreppe führt zum Hauseingang ins Hochparterre, und genau dort, in der ehemaligen Wohnung Liszts, ist heute das Museum. Dafür waren bauliche Änderungen nötig, unter anderem Mauerdurchbrüche. 1945 wurde das Haus durch einen Bombentreffer stark beschädigt, im selben Jahr, in dem die Brandbombe in Wahnfried fiel. Anfang der 1990er Jahre ging es in den Besitz der Stadt Bayreuth über, und am 22. Oktober 1993, dem 182. Geburtstag Liszts, eröffnete das Museum. Die Sammlung hat einen klaren Ursprung. 1988 kaufte die Stadt Bayreuth die etwa dreihundert Stücke umfassende Liszt-Sammlung des Münchner Pianisten Ernst Burger; darauf fußt der Bestand. Später kamen Leihgaben der Richard-Wagner-Stiftung hinzu. Die Ausstellung ist großteils chronologisch aufgebaut, und in den Räumen läuft Musik von Liszt. Was dort steht, lässt sich in drei Gruppen fassen. Erstens Bilder und Körper: Porträts, eine Büste von Antonio Galli und, bemerkenswert, sowohl eine Lebendmaske als auch eine Totenmaske. Zweitens Papier: Dokumente und Handschriften, Noten, ein Tagebuch, Briefe. Drittens Gegenstände aus seinem Alltag, darunter Liszts Stummklavier. Bei diesem Stück lohnt es sich, kurz zu verweilen. Ein Stummklavier hat Tasten und einen Anschlag, aber keinen Klang. Man übt darauf die Bewegung, ohne einen Ton zu erzeugen. Der vielleicht berühmteste Pianist seines Jahrhunderts hat also ein Instrument besessen, das nicht klingt. Ausgestellt ist hier außerdem der Ibach-Flügel aus der Halle des Hauses Wahnfried. Ein Original-Liszt-Flügel steht dagegen nicht hier, sondern im Steingraeber-Haus. 2009 wurden die Exponate fotografisch dokumentiert und in einer Datenbank erfasst; Fotos von Bildern und dreidimensionalen Gegenständen können öffentlich abgerufen werden. Für das Jahr 2020 war eine komplette Neugestaltung des Museums geplant.
Sie stehen vor dem Franz-Liszt-Museum, Wahnfriedstraße 9. Das Haus wurde 1877 von Carl Wölfel erbaut, ein schlichtes zweigeschossiges Gründerzeithaus aus roten Ziegeln mit Walmdach. Hier starb Franz Liszt am 31. Juli 1886. Seit 1993 ist das Museum darin.
In diesem Haus aus roten Ziegeln wohnte Franz Liszt, wenn er in Bayreuth war. Er war Pianist und Komponist und einer der berühmtesten Musiker seiner Zeit. Am 31. Juli 1886 starb er hier. Gleich daneben steht Wahnfried, das Haus von Richard Wagner. Die beiden waren verwandt: Liszts Tochter Cosima war Wagners Frau. Heute ist in dem Haus ein Museum. Darin liegen Briefe, Noten und sein Tagebuch. Das merkwürdigste Stück ist sein Stummklavier. Es hat Tasten, macht aber keinen Ton. Damit übte er nur die Bewegung der Finger. Würdest du auf einem Klavier üben wollen, das man nicht hören kann?
Koordinaten: 49.940655, 11.582731 · auf der Karte